Teilkasko, Typklassen, Tarife - gesammeltes Wissen zur Kfz-Versicherung

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Auto clever versichern – Spartipps für Fahranfänger

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Eine bestandene Führerscheinprüfung und dann das erste eigene Auto. Das sind sicherlich Gründe zur Freude. Diese Freude wird jedoch jäh getrübt, wenn der Fahranfänger sich eine Versicherung für sein Auto sucht. Denn die Versicherungsprämien, die Fahranfänger zahlen müssen, fallen in der Regel ausgesprochen hoch aus. Gerade in jungen Jahren, wenn das Geld häufig noch besonders knapp ist, stellt die teure Kfz-Versicherung eine immense finanzielle Belastung dar. Doch es gibt durchaus Möglichkeiten, wie auch Fahranfänger von einer vergleichsweise günstigen Kfz-Versicherung profitieren können. Nachfolgend haben wir einige Tipps für Fahranfänger zusammengestellt, mit denen sich die Versicherungsprämie erheblich reduzieren lässt.



Warum ist die Versicherung für Fahranfänger teurer?

Sowohl in der Vollkaskoversicherung als auch in der Kfz-Haftpflichtversicherung kommen die sogenannten Schadenfreiheitsklassen zur Anwendung. Der Beitragssatz, den der Versicherungsnehmer zahlen muss, hängt von diesen Schadenfreiheitsklassen ab. Und genau hier liegt das Problem für Fahranfänger. Wenn ein Fahranfänger zum ersten Mal eine Versicherung abschließt, startet er zunächst mit einer ausgesprochen ungünstigen Schadenfreiheitsklasse (SF 0) und einem entsprechend hohen Beitragssatz. Die Versicherer begründen die hohen Beitragssätze für Fahranfänger damit, dass das Risiko, dass der Versicherungsnehmer einen Unfall verursacht und die Versicherung dann zahlen muss, gerade bei Fahranfängern besonders groß ist.

Mit welchen Kosten müssen Fahranfänger rechnen?

Insbesondere die Kfz-Haftpflichtversicherung ist für Fahranfänger sehr teuer. Fahranfänger mit Schadenfreiheitsklasse 0 müssen bei der Kfz-Haftpflichtversicherung in den meisten Fällen einen Beitragssatz von 95 % zahlen, der zusammen mit den Risikozuschlägen für junge Fahrer auf über 300% ansteigen kann. Je nach Versicherer zahlen Fahranfänger deshalb allein für die Kfz-Haftpflichtversicherung im Schnitt zwischen 1.500 Euro und 2.500 Euro pro Jahr. Zum Vergleich: Ein Versicherungsnehmer, der zehn Jahre schadenfrei geblieben ist, muss schon nur noch einen Beitragssatz von 36 % zahlen. Nach 35 schadenfreien Jahren fällt der Beitragssatz sogar auf 20 %.

In der Vollkaskoversicherung liegt der Beitragssatz für Fahranfänger immerhin noch bei rund 60 %. Wer sich für den Vollkaskoschutz entscheidet, zahlt im Durchschnitt noch einmal rund 1.000 Euro mehr pro Jahr.
Da es jedoch mitunter auch erhebliche Preisunterschiede zwischen den Versicherern gibt, lohnt sich ein Vergleich der Angebote in jedem Fall.

Beim Autokauf auf die Typklasse achten

Bei der Berechnung der Versicherungsbeiträge spielen zwei Faktoren eine wesentliche Rolle, die Typklasse und die Regionalklasse. Da sich die Regionalklasse nur schwer beeinflussen lässt, wenn man nicht für eine günstige Versicherung umziehen möchte, bleibt nur der Ansatz bei der Typklasse. Welche Typklasse bei der Beitragsberechnung zugrunde gelegt wird, hängt davon ab, welches Fahrzeugmodell der Versicherungsnehmer fährt. Dabei gilt grundsätzlich je niedriger die Typklasse, desto niedriger fällt auch der von der Versicherung angesetzte Versicherungsbeitrag aus. Ein niedrigerer Versicherungsbeitrag infolge einer günstigeren Typklasse macht sich bei einem Fahranfänger aufgrund seines hohen Beitragssatzes besonders stark bemerkbar. Deshalb sollten Fahranfänger beim Kauf ihres ersten eigenen Autos unbedingt darauf achten, welcher Typklasse das Fahrzeugmodell zugeordnet ist.

Die Zuordnung eines Fahrzeugmodells zu einer Typklasse erfolgt auf Basis der Schadenfälle, die in der Vergangenheit auf dieses Fahrzeugmodell zurückgefallen sind. Die Typklassen werden jedes Jahr anhand der aktuellen statistischen Daten angepasst. Dabei ist zu beachten, dass in der Kfz-Haftpflichtversicherung, der Teilkaskoversicherung und der Vollkaskoversicherung unterschiedliche Typklassen verwendet werden, da die einzelnen Versicherungen auch jeweils ein anderes Risiko abdecken. Zu welcher Typklasse das jeweilige Fahrzeugmodell gehört, können Sie im Typklassenverzeichnis auf der Internetseite der GDV Dienstleistungs-GmbH & Co. KG überprüfen. Für die Kfz-Haftpflichtversicherung lässt sich dabei die Tendenz erkennen, dass sich Fahrzeugmodelle mit einer höheren Motorisierung sehr häufig auch in den höheren und damit teureren Typklassen wiederfinden.

Führerschein nicht zu lange aufschieben

Nicht jeder ist direkt zu seinem 18.Geburtstag mit Feuereifer dabei, wenn es darum geht, den Führerschein zu machen. Wer den Führerschein momentan nicht dringend benötigt, verschiebt den Besuch der Fahrschule auch schon mal gerne einige Zeit nach hinten. Schließlich ist später ja noch genug Zeit, um den Führerschein zu machen. Doch diese Einstellung rächt sich spätestens, wenn man zum ersten Mal eine Kfz-Versicherung abschließt. Denn Versicherungsnehmer, die bereits seit mehr als drei Jahren im Besitz eines Führerscheins sind, können bei den meisten Versicherern direkt mit der günstigeren Schadenfreiheitsklasse 1/2 einsteigen. Diese Schadenfreiheitsklasse ist mit einem wesentlich günstigeren Beitragssatz verknüpft als die Schadenfreiheitsklasse 0.

Auf den Zeitpunkt des Vertragsabschlusses achten

Die Wahl des richtigen Zeitpunktes für den Abschluss des Versicherungsvertrages kann ebenfalls dabei helfen, die Kosten für die Kfz-Versicherung möglichst niedrig zu halten. Optimal ist es, den Versicherungsvertrag gegen Ende des ersten Halbjahres abzuschließen. Wenn der Fahranfänger den Vertragsbeginn einige Monate nach hinten verlagert, muss er im teuren ersten Jahr die Versicherungsprämie nämlich nur anteilig zahlen. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, dass der Versicherungsvertrag im laufenden Jahr mindestens sechs Monate bestand. Denn das ist die Voraussetzung dafür, dass der Fahranfänger eine Schadenfreiheitsklasse aufsteigen kann. Wenn der Fahranfänger den Vertrag hingegen erst nach dem 1. Juli unterzeichnet hat, muss er auch im kommenden Jahr weiterhin in der teuren Schadenfreiheitsklasse verbleiben.



Rabatte durch begleitetes Fahren und Fahrsicherheitstraining

Seit 2011 gibt es deutschlandweit das Programm zum begleitenden Fahren (BF-17-Programm). Dadurch haben Jugendliche bereits im Alter von 17 Jahren die Möglichkeit, den Führerschein zu machen. Allerdings dürfen sie bis zum Erreichen des 18. Geburtstags nur in Begleitung einer namentlich eingetragenen Person hinter dem Steuer eines Autos Platz nehmen. Fahranfänger können so unter Aufsicht frühzeitig Fahrpraxis sammeln und dadurch das Unfallrisiko verringern. Diese Tatsache wird auch von vielen Versicherern honoriert. Sie gewähren Fahranfängern, die an dem BF-17-Programm teilgenommen haben, häufig einen zusätzlichen Rabatt.

Dies gilt oftmals auch, wenn der Fahranfänger vor dem Autoführerschein bereits einen anderen Führerschein erworben hat und dabei bereits erste Erfahrungen im Straßenverkehr gesammelt hat. Eine weitere Möglichkeit, das Unfallrisiko zu minimieren und gleichzeitig Rabatte bei der Kfz-Versicherung zu erhalten, besteht darin, an einem Fahrsicherheitstraining teilzunehmen. Ein solches Fahrsicherheitstraining bieten neben dem ADAC auch Dekra oder der TÜV an.

Das Fahrzeug als Zeitwagen versichern

Eine gute Möglichkeit, um die ungünstige Schadenfreiheitsklasse für Fahranfänger zu umgehen, besteht darin, das Fahrzeug nicht auf den eigenen Namen, sondern über einen Verwandten als Zweitwagen zu versichern. Dies hat den Vorteil, dass das Fahrzeug bereits zu Beginn auf Basis einer wesentlich günstigeren Schadenfreiheitsklasse versichert werden kann. Bei einigen Versicherern startet der Zweitwagen sogar direkt mit der gleichen Schadenfreiheitsklasse wie der Erstwagen.

Die Zweitwagenregelung hat jedoch auch einen Nachteil. Da der Vertrag nicht auf seinen Namen läuft, kann sich der Fahranfänger keine günstigere Schadenfreiheitsklasse erarbeiten. Dieses Problem lässt sich jedoch umgehen, indem ein Verwandter ersten Grades nach einigen Jahren seine Schadenfreiheitsklasse auf den Fahranfänger überträgt. Die Übertragung der Schadenfreiheitsklasse direkt nach bestandener Führerscheinprüfung lohnt sich hingegen nicht, da nur so viele schadenfreie Jahre übertragbar sind, wie sich der Empfänger bis dahin hätte selbst erfahren können.

Niedrigerer Beitragssatz durch Elternrabatt

Die Eltern unterhalten bereits eine Kfz-Versicherung. Dann kann es sich für Fahranfänger lohnen, ihre Versicherung beim gleichen Unternehmen abzuschließen. Denn viele Versicherungsunternehmen erlauben Fahranfängern, wenn deren Eltern ebenfalls bei dem Versicherungsunternehmen Kunde sind, direkt mit der günstigeren Schadenfreiheitsklasse 1/2 zu starten und einen dementsprechend niedrigeren Beitragssatz zu zahlen. Im Gegensatz zur Zweitwagenregelung läuft die Versicherung in diesem Fall auf den Namen des Fahranfängers, so dass dieser sich über die Jahre eine günstigere Schadenfreiheitsklasse erarbeiten kann.

Verzicht auf die Kaskoversicherung

Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist für Fahranfänger schon teuer genug. Deshalb sollte der Versicherungsnehmer gründlich abwägen, ob es nicht sinnvoll ist, die finanzielle Belastung durch den Verzicht auf eine Vollkaskoversicherung und/oder Teilkaskoversicherung zu verringern. Denn im Gegensatz zur Kfz-Haftpflichtversicherung, die für jedes am Straßenverkehr teilnehmende Fahrzeug vorgeschrieben ist, kann der Versicherungsnehmer bei der Kaskoversicherung frei entscheiden, ob er eine derartige Versicherung abschließen möchte oder nicht.

Gerade auch im Hinblick darauf, dass viele Fahranfänger erst einmal mit einem älteren Gebrauchtwagen starten, ist der Verzicht auf eine Kaskoversicherung überlegenswert. Bei der Entscheidung, ob eine Kaskoversicherung wirtschaftlich sinnvoll ist, spielen nämlich vor allem das Alter und der Restwert des Fahrzeugs eine entscheidende Rolle. Insbesondere die Vollkaskoversicherung ist für Fahranfänger eine teure Angelegenheit, da sie aufgrund der ungünstigen Schadenfreiheitsklasse hier ebenfalls mit einem hohen Beitragssatz starten. Bei der Teilkaskoversicherung hingegen kommen keine Schadenfreiheitsklassen zum Einsatz. Wer dennoch eine Vollkaskoversicherung abschließen will, kann den Versicherungsbeitrag zumindest dadurch reduzieren, dass er eine Selbstbeteiligung vereinbart.

Fazit

Fahranfänger müssen mehr für ihre Kfz-Versicherung zahlen, da sie zunächst mit einer ungünstigen Schadenfreiheitsklasse starten. Dennoch gibt es auch für Fahranfänger einige Möglichkeiten, die Versicherungsprämie zu reduzieren. So sollten Fahranfänger beim Kauf ihres ersten eignen Autos darauf achten, dass das Fahrzeugmodell einer günstigen Typklasse zugeordnet wird. Zusätzliche Rabatte erhalten Fahranfänger bei vielen Versicherern, wenn sie am begleitenden Fahren oder einem Fahrsicherheitstraining teilgenommen haben. Um an eine günstigere Schadenfreiheitskasse zu gelangen, kann der Fahranfänger entweder den Elternrabatt nutzen oder sein Fahrzeug über einen Verwandten als Zweitwagen versichern.

Viel Geld lässt nicht zuletzt auch sparen, wenn der Fahranfänger auf den Abschluss einer Kaskoversicherung verzichtet. Wer sich günstig versichern will, sollte zudem darauf achten, die Führerscheinprüfung nicht zu lang aufzuschieben. Denn Versicherungsnehmer, die seit drei oder mehr Jahren einen Führerschein besitzen, starten in der Regel direkt mit einer günstigeren Schadenfreiheitsklasse. Um dauerhaft in den Genuss einer günstigeren Kfz-Versicherung zu kommen, ist es aber wichtig, dass der Fahranfänger vorausschauend fährt und keinen Unfall verursacht. Denn mit jedem schadensfreien Jahr steigt der Versicherte in eine höhere Schadenfreiheitsklasse auf, was gleichzeitig niedrigere Beitragssätze bedeutet.

Redaktioneller Hinweis

Die Informationen zur Kfz Versicherung für Fahranfänger wurden Ihnen von den Experten des Portals www.kfzversicherungen.org zur Verfügung gestellt. Das Vergleichsportal gehört zur Unternehmensgruppe Aslander & Fromeyer Vergleichsportale GmbH.