Die Kfz-Steuer - Höhe, Berechnung, Ausnahmen und Beispiele

Wie berechnet sich die Kfz-Steuer?

Hinsichtlich der Besteuerung von Pkws sind mehrere Kriterien entscheidend. Das vorrangigste ist das Datum der Erstzulassung, denn dieses bestimmt, welche Art der Steuerberechnung anwendbar ist. Weitere Kriterien sind der Hubraum, die Art des Antriebs also, ob es sich um einen Benzin-, Diesel- oder Wankelmotor handelt und der Schadstoffausstoß. Es gilt nur bei jüngeren Baujahren, dass ein sparsames und damit schadstoffarmes Fahrzeug bei der Steuer entlastet wird.



Alte Steuerberechnung bis Erstzulassung 30.6.2009

Für Pkw mit Erstzulassung vor dem 30. Juni 2009 basiert der Steuersatz auf der Euro-Norm (Emissionsklasse) des Fahrzeugs. Diese lässt sich mithilfe der Schlüsselnummer in der Zulassungsbescheinigung (Fahrzeugschein) bestimmen. Je angefangener 100 ccm Hubraum gelten folgende Kosten:

EmissionsnormBenzinerDiesel
Euro 0 (sonstige)€ 25,36€ 37,58
Euro 0 (früher ohne Ozonfahrverbot)€ 21,07€ 33,29
Euro 1€ 15,13€ 27,35
Euro 2€ 7,36€ 16,05
Euro 3, 4, 5, 6€ 6,75€ 15,44


Aus Vereinfachungsgründen wird zugunsten des Fahrzeughalters der Gesamtbetrag immer auf volle Euro-Beträge abgerundet.


Beispiele:

VW Golf III 1.8 (1781ccm, Benzin), 90PS, EZ 1992, Schadstoffnorm Euro 1
18 x € 15,13 = € 272,00 jährliche Kfz-Steuer, abgerundet von € 272,32

VW Golf V 1.4 (1390ccm, Benzin), 90PS, EZ 2008, Schadstoffnorm Euro 4
14 x € 6,75 = € 94,00 jährliche Kfz-Steuer

VW Golf V 1.9 TDI (1896ccm, Diesel), 90PS, EZ 2008, Schadstoffnorm Euro 4
19 x € 15,44 = € 239,00 jährliche Kfz-Steuer


Wankelmotoren wird die Kfz-Steuer lediglich auf Basis des zulässigen Gesamtgewichts berechnet. Je 200 kg beträgt die Steuer (für Fahrzeuge bis 2t) € 11,25.

Neue Steuerberechnung ab Erstzulassung 1.7.2009

Pkw mit Erstzulassung ab 1. Juli 2009 werden auf Grundlage ihres Hubraums und des Kohlendioxidausstoßes besteuert.

Umweltfreundlichere Fahrzeuge werden damit begünstigt. Je nach angefangenen 100 ccm Hubraum berechnen sich die Kosten wie folgt:

BenzinerDiesel
Steuersatz je angefangene 100 ccm Hubraum€ 2,00€ 9,50
CO2-abhängiger Betrag je g/km€ 2,00€ 2,00


Zusätzlich zur geänderten Berechnung wurden Freigrenzen eingeführt bis zu denen keine Kfz-Steuer anfällt. Somit sind für Pkw mit Erstzulassungsdatum vor Ende Dezember 2011 120 g/km steuerfrei. Bei späterer Erstzulassung liegt der Grenzwert bei 110 g/km und bei einer Erstzulassung ab Januar 2014 bei 95 g/km.

Beispiele:

Golf VI 1.6 (1595ccm), 102 PS, EZ 2013, CO2 Ausstoß: 169 g/km
16 x € 2,00 + (169 - 110) x € 2,00 = € 150 jährliche Kfz-Steuer

Golf VI 2.0 TDI (1968ccm), 170 PS, EZ 2011, CO2 Ausstoß: 134 g/km
20 x € 9,50 + (134 - 120) x € 2,00 = € 218 jährliche Kfz-Steuer


Muss für ein Elektrofahrzeug Kfz-Steuer bezahlt werden?

Grundsätzlich ist auch für Fahrzeuge die anstatt eines Verbrennungsmotors einen Elektromotor als Antrieb nutzen, Kfz-Steuer abzuführen. Die Höhe der Abgaben richtet sich nach dem zulässigen Gesamtgewicht des Fahrzeugs. Es besteht für Elektrofahrzeuge aber noch für einige Jahre eine Befreiung von der Kfz-Steuerpflicht.

Wie hoch ist die Kfz-Steuer für mein Hybridfahrzeug?

Anders als Pkw mit reinem Elektroantrieb werden Hybride und Fahrzeuge mit zuschaltbarem Verbrennungsmotor nicht staatlich gefördert. Damit fallen für sie die für Benziner und Diesel üblichen Steuersätze an. Den steuerlichen Vorteil spielen Elektrofahrzeuge mit zusätzlichem Verbrennungsmotor bei der Höhe des CO2 Ausstoßes aus, denn hier liegen viele noch innerhalb der Freigrenzen. Damit werden sie meist nicht, oder nur im geringem Umfang, nach ihren Emissionswerten besteuert.

Beispiele:

Golf VII 1.4 GTE Hybrid (1395ccm), 150PS, EZ 2015, CO2 Ausstoß: 39 g/km
14 x € 2,00 = € 28 jährliche Kfz-Steuer (Emissionsfreigrenze bei EZ ab 2014: 95g/km)

Mercedes E 300 BlueTEC Hybrid (2143ccm), 204PS, EZ 2013, CO2 Ausstoß: 107 g/km
22 x € 2,00 = € 44 jährliche Kfz-Steuer (Emissionsfreigrenze bei EZ ab 2012: 110 g/km)


Wie hoch ist die Kraftfahrzeugsteuer für einen Zweitwagen?

Kfz-Versicherungen bieten für ein Zweitfahrzeug vergünstigte Konditionen an. Bei der Kfz-Steuer gibt es ein solches Modell nicht. Ein Zweitwagen wird steuerlich nicht begünstigst. Für jedes Fahrzeug, das Sie besitzen fällt die reguläre Kfz-Steuer an.

Welcher Steuerbetrag fällt für ein mit Autogas (LPG) bzw. Erdgas (CNG) betriebenes Pkw an?

Ein mit Gas betriebenes Fahrzeug wird auf die gleiche Weise besteuert wie eines mit Benzin- oder Dieselantrieb. Wie beim Hybridfahrzeug führen die geringeren Emissionswerte zu einer geringeren steuerlichen Belastung.

Falls Sie ein Fahrzeug mit Erstzulassung ab 01.Juli.2009 besitzen und eine Gasanlage nachrüsten lassen, verringert sich Ihre Kfz-Steuer aufgrund der neuen, in Ihren Fahrzeugpapieren eingetragenen, Abgaswerte. Nach der technischen Abnahme informiert die Zulassungsbehörde automatisch das Hauptzollamt, welches Ihren Kfz-Steuerbescheid entsprechend anpasst.

Wieviel Kfz-Steuer muss ich für einen Oldtimer bzw. Youngtimer bezahlen?

Die Höhe der Kfz-Steuer richtet sich bei historischen Fahrzeugen nach der Art ihrer Zulassung. Besitzt Ihr Wagen eine reguläre Zulassung berechnet sich die Steuer nach Emissionsnorm und Hubraum. Aufgrund des schlechten Abgasverhaltens und der zum Teil großen Hubräume alter Fahrzeuge kann es somit zu hohen Kosten kommen. Bei Youngtimern, die weniger als 30 Jahre alt sind, ist das der Fall, da keine andere Art der Zulassung möglich ist.

Wie hoch ist die 
Kfz-Steuer für H- und 07- Oldtimerkennzeichen?

€ 192 pro Jahr

Besitzt Ihr Fahrzeug hingegen eine H-Zulassung, fällt für Ihr Pkw ein einheitlicher Steuersatz in Höhe von € 192 an. Dies ist unabhängig davon, ob es sich um einen VW Käfer oder um ein US Fahrzeug mit V8 Motor handelt.

Falls Sie eine 07-Zulassung mit rotem Kennzeichen besitzen, bezahlen Sie auch nur € 192 und zwar unabhängig davon wie viele Oldtimer Sie mit dieser Zulassung fahren und um welche es sich dabei handelt. Insbesondere Sammler haben hierdurch Kostenvorteile. Der Nachteil des Kennzeichens besteht allerdings darin, dass nur bestimmte Fahrten zulässig sind und die Nutzung damit beschränkt ist.

Wie hoch ist die Steuer für einen Wohnwagen bzw. anderen Pkw-Anhänger?

Die für einen Wohn- oder sonstigen Anhänger anfallende Steuer berechnet sich auf Grundlage seines Gewichts.
Je angefangene 200kg sind € 7,46 zu bezahlen. Gedeckelt ist die Steuer bei einem Maximalbetrag in Höhe von € 373,24.

Beispiel:

Falls Sie einen Wohnwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 1.300kg besitzen, ist folgender jährlicher Steuerbeitrag zu bezahlen. Da pro begonnener 200kg Abgaben zu zahlen sind, ergibt sich bei 1.300kg ein Multiplikator von 7.

7 x € 7,46 = € 52,22 jährliche Kfz-Steuer


Wie hoch ist die Steuer für ein Wohnmobil?

Die für ein Wohnmobil fällige Steuer ist abhängig von der Kombination aus zulässigem Gesamtgewicht und der Emissionsklasse.

Vorweg zum Verständnis: die Angaben in der folgenden Tabelle bedeuten nicht, dass ein schweres Wohnmobil steuerlich günstiger gestellt ist. Tatsächlich ist es so, dass die Berechnung gestaffelt erfolgt. Das heißt, der zu zahlende Steuerbetrag besteht aus zwei Bestandteilen. Einem Grundbetrag für bis zu zwei Tonnen Gesamtgewicht und einem Zusatzbetrag für darüber liegendes Gewicht.

Zulässiges GesamtgewichtSchadstoffklasseSteuer je angefangene 200kg
bis zu 2.000kgS4€ 16,00
über 2.000 kgS4€ 10,00
 
bis zu 2.000kgS3 und S2€ 24,00
über 2.000kgS3 und S2€ 10,00
 
bis zu 2.000kgS1 und übrige€ 40,00
über 2.000 bis zu 5.000kgS1 und übrige€ 10,00
über 5.000 bis zu 12.000kgS1 und übrige€ 15,00
über 12.000kgS1 und übrige€ 25,00



Der maximale Steuerbetrag ist nach oben hin begrenzt. Für Wohnmobile der Schadstoffklasse S4 gilt ein Höchststeuersatz von € 800. Für Fahrzeuge der Schadstoffklasse S3 und S2 findet die Deckelung bei € 1.000 statt.



Wann muss Kfz-Steuer gezahlt werden?

Jeder Halter eines PKWs ist verpflichtet Kraftfahrzeugsteuer zu zahlen, sobald sein Fahrzeug bei der Zulassungsstelle angemeldet wird. Das gilt auch für die Zuteilung eines 06 Händlerkennzeichens, eines 07. Oldtimerkennzeichens oder eines Ausfuhrkennzeichens.
Falls der Halter seinen ständigen Wohnsitz in Deutschland haben und ein Fahrzeug mit ausländischer Zulassung fahren will, ist er zur Anmeldung des Fahrzeugs in Deutschland und somit ebenso zur Zahlung der Kfz-Steuer verpflichtet.
Verstöße gegen diese Regelungen werden geahndet. Man spricht dabei von widerrechtlicher Benutzung von Fahrzeugen.
Dazu zählen unter anderem das Fahren nicht zugelassener Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen, die Nutzung eines Fahrzeugs mit Saisonkennzeichen außerhalb des Zulassungszeitraums sowie das Fahren mit roten Kennzeichen, obwohl es sich um keine Probe- bzw. Überführungsfahrt handelt.

Wer ist für die Kfz-Steuer zuständig und an wen wird sie bezahlt?

Bis Ende Juni 2014 waren die Finanzämter der einzelnen Bundesländer für die Kfz-Steuer zuständig. Danach wurde diese Aufgabe an die Hauptzollämter übergeben, die diese seitdem erheben. Wer konkrete Fragen zu seiner Kfz-Steuer hat, wendet sich an das für seinen Landkreis zuständige Hauptzollamt.

Welche Fahrzeuge sind von der Kfz-Steuer befreit?

Eine Steuerbefreiung ist nur für bestimmte Fahrzeuge möglich. Das sind unter anderem Forst- und landwirtschaftliche Zugmaschinen, Fahrzeuge gemeinnütziger Organisationen, Fahrzeuge für Feuerwehr, Krankenbeförderung, Rettungs- und Winterdienst sowie Anhänger für Sportgeräte, Arbeitsmaschinen und Tiere die zum Sport eingesetzt werden.
Von der Kfz-Steuer befreiten Fahrzeugen werden grüne Kennzeichen zugeteilt.

Ist es möglich den Kfz-Steuerbetrag zu senken?

Bei einigen älteren Fahrzeugen ist eine Umschlüsselung beispielsweise von der Abgasnorm Euro 1 auf Euro 2 oder von Euro 2 auf D3 ohne technische Änderungen am Fahrzeug möglich. Da es modell- und motorabhängig ist, ist es im Einzelfall nötig dies mit dem Hersteller zu prüfen.

Sie können die Höhe der Kfz-Steuer Ihres Pkw aber auch durchaus selbst beeinflussen, indem Sie dessen Abgasverhalten verbessern.

Handelt es sich um Ihren Wagen um einen der Schadstoffklasse Euro1, können Sie oftmals durch Nachrüstung eines geregelten Katalysators, eines Aufrüst-Kats, eines Zusatz-Kats oder durch den Einbau eine Kaltlaufregelsystems (KLR) die Norm Euro 2 oder D3 erreichen.

Durch die Nachrüstung von Oxydations-Katalysatoren, Aufrüst- oder Zusatz-Kats kann auch bei vielen älteren Diesel-Pkw die Norm Euro 2 erreicht werden.

Der Einbau von Russpartikelfiltern wird mittlerweile staatlich nicht mehr gefördert. Das Fördergeld konnte nur für Nachrüstungen, die vor dem 30. Dezember 2016 erfolgten, beantragt werden.

Eine beliebte Option um nicht nur die Kfz-Steuern, sondern auch die Fahrtkosten zu senken ist eine Umrüstung auf LPG oder CNG. Man sollte jedoch beachten, dass ein Gasumbau nur für Fahrzeuge mit Erstzulassung ab 01.Juli 2009 steuerlich relevant ist, da der CO2 Ausstoß erst ab diesem Zeitpunkt zur Berechnung der Kfz-Steuer herangezogen wird.
Zusätzlich zu bedenken ist, dass sich aufgrund der besonderen Beanspruchung von Ventilen und Ventilsitzen nicht jeder Motor für eine Umrüstung eignet.

Gibt es Steuervergünstigungen für schwerbehinderte Menschen?

Abhängig von der Art der Behinderung kann ein Fahrzeug, welches auf eine schwerbehinderte Person zugelassen ist, steuerlich begünstigt werden.
Bei der Begünstigung kann es sich um eine Steuerbefreiung oder eine Steuervergünstigung handeln, bei der die Steuer um 50% reduziert wird. Maßgeblich ist das im Schwerbehindertenausweis genannte Merkzeichen. Die Vergünstigungen können in Rahmen einer Zulassung, direkt bei der Zulassungsbehörde oder zu einem anderen Zeitpunkt bei dem zuständigen Hauptzollamt beantragt werden.

Merkzeichen
H = Hilflosigkeit bei den Verrichtungen des täglichen Lebens
Bl = Blindheit oder hochgradige Sehbehinderung und
aG = außergewöhnliche Gehbehinderung
können von der Kfz-Steuer vollständig befreit werden. Die unentgeltliche Beförderung im öffentlichen Personenverkehr kann weiterhin genutzt werden.

Für die Merkzeichen
G = Gehbehinderung und
Gl = Gehörlosigkeit
kann eine Steuerermäßigung beantragt werden. Bedingung ist jedoch, dass auf das Recht zur unentgeltlichen Beförderung im öffentlichen Personenverkehr verzichtet wird.

Für die Merkzeichen
VB = Versorgungsberechtigung und
EB = Entschädigungsberechtigung
sowie für Personen mit Kriegsbeschädigung
kann eine Befreiung von der Kfz-Steuer beantragt werden, falls eine Erwerbsfähigkeitsminderung oder ein Behinderungsgrad von mindestens 50% besteht.

Steuerlich begünstigt wird nur ein Fahrzeug. Der Vorteil steht nur der schwerbehinderten Person zu. Andere Personen dürfen das Fahrzeug fahren solange die schwerbehinderte Person damit transportiert wird bzw. Fahrten stattfinden die dessen Haushaltsführung dienen, beispielsweise Einkäufe.
Nutzen jedoch andere Personen das Fahrzeug selbst z.B. um damit alleine in Urlaub zu fahren, kann dies eine Strafe wegen Steuerhinterziehung oder leichtfertiger Steuerverkürzung nach sich ziehen.

Muss ich Kfz-Steuer für einen Pkw bezahlen, der im Ausland zugelassen ist?

Ob Sie für ein ausländisches Fahrzeug Kfz-Steuer bezahlen müssen hängt davon ab, wo sich Ihr regelmäßiger Wohnsitz bzw. gewöhnlicher Aufenthalt befindet. Sind Sie in Deutschland angemeldet, sind Sie dazu verpflichtet das Fahrzeug in Deutschland zuzulassen und es somit auch zu versteuern.
Ist Ihr regelmäßiger Wohnsitz bzw. gewöhnlicher Aufenthalt nicht in Deutschland, dürfen Sie ein Fahrzeug mit ausländischer Zulassung bis zu einem Jahr fahren. In diesem Zeitraum ist der Wagen von der Steuer befreit. Das gilt nicht, wenn das Fahrzeug der entgeltlichen Beförderung von Personen oder Gütern dient.

Muss für ein Fahrzeug welches mit Ausfuhrkennzeichen ins Ausland verbracht wird Kfz-Steuer gezahlt werden?

Wie eingangs erwähnt ist die Steuer für ein Fahrzeug zu entrichten, sobald es in Deutschland zugelassen wird. Das schließt die Zuteilung von Ausfuhrkennzeichen mit ein.
Falls Sie also ein Fahrzeug auf eigener Achse fahrend, dauerhaft ins Ausland verbringen wollen sind Sie, für die Gültigkeitsdauer der Ausfuhrkennzeichen (und für mindestens einen Monat), zur Zahlung der Kfz-Steuer verpflichtet. Die Zahlung erfolgt per SEPA-Lastschriftmandat. Wer keinen Wohnsitz in Deutschland und keine entsprechende Bankverbindung besitzt, kann den Betrag vor der Zulassung auch bei einer Zollstelle bezahlen.

Wann erhalte ich den Kfz-Steuerbescheid?

Nach der Zulassung Ihres Fahrzeugs erhalten Sie von der Zollverwaltung einen Steuerbescheid. Dieser geht üblicherweise zwei Wochen nach der erfolgten Zulassung bei Ihnen ein.
Den Kfz-Steuerbescheid erhalten Sie einmalig, außer es ergibt sich eine Änderung Ihres Steuersatzes bzw. Ihrer Bemessungsgrundlagen. Eine jährliche Zahlungserinnerung erfolgt nicht.

Kann die Pkw-Steuer monatlich oder halbjährlich bezahlt werden?

Anders als bei einer Fahrzeugversicherung, bei der dies möglich ist, ist bei der Kfz-Steuer vorgesehen, dass die Zahlung des Jahresbeitrags als Einmalzahlung erfolgt und zwar stets ein Jahr im Voraus.
Eine halbjährliche Zahlung ist nur möglich wenn der Steuerbetrag € 500 überschreitet. Allerdings erhöht sich dabei der Beitrag um einen Aufschlag von 3%.
Beträgt der Steuerbetrag mehr als € 1.000 ist eine vierteljährliche Zahlung möglich, bei der ein zusätzlichen Entgelt von 6% anfällt. Ein Wechsel von der jährlichen auf halb- oder vierteljährliche Bezahlung ist im einzelnen Fall nur nach schriftlichem Antrag möglich.

Ist es möglich den Kfz-Steuerbetrag bar oder per Überweisung zu bezahlen?

Bei der Zulassung eines Fahrzeugs sind Sie verpflichtet ein Formblatt zum SEPA-Lastschriftverfahren abzugeben. Dieses Formular ist eine Voraussetzung der Zulassung. Mit dem unterschriebenen Dokument stimmen Sie dem Bankeinzug Ihrer Kfz-Steuer zu.
Eine andere Bezahlweise ist nicht möglich.
Die Steuer wird termingerecht, am Fälligkeitsdatum eingezogen. Um einer Abmahnung vorzubeugen sollte zu diesem Termin für genügend Kontodeckung gesorgt werden.

Eine Änderung Ihrer Bankverbindung ist dem zuständigen Hauptzollamt mitzuteilen.

Wann endet die Steuerpflicht?

Ihre Kraftfahrzeugsteuerpflicht gilt als beendet, sobald Sie das Fahrzeug abmelden, die Ruhezeit eines Saisonkennzeichens eintritt bzw. die Gültigkeit eines Ausfuhrkennzeichens abläuft. Sie beträgt mindestens einen Monat.

Wann erfolgt die Rückzahlung meiner Pkw-Steuer?

In den meisten Fällen wird ein Fahrzeug nicht genau am Fälligkeitsdatum der Kfz-Steuer abgemeldet sondern zuvor. Da die Zahlung des Jahressteuerbeitrags 12 Monate im Voraus erfolgt entsteht dabei ein Guthaben.
Üblicherweise erhalten Sie etwa zwei Wochen nach der Außerbetriebsetzung Ihres Fahrzeugs von der Zollverwaltung einen neuen Bescheid zur erfolgten Abmeldung. In der Regel erfolgt eine Woche später die Rückzahlung Ihres Guthabens.
Die Rückzahlung erfolgt automatisch als Überweisung an das Bankkonto von dem die Steuer zuletzt eingezogen wurde. Falls sich Ihre Bankverbindung ändert ist es auch aus diesem Grund wichtig dies dem Hauptzollamt umgehend mitzuteilen.

Eine Barauszahlung bzw. eine Auszahlung per Verrechnungsscheck ist nicht möglich.

Wem muss ich eine Adress- oder Namensänderungen mitteilen?

Ändert sich Ihre Anschrift, Ihr Name oder ggf. der Name der Firma auf den Ihr Fahrzeug zugelassen ist, müssen Sie dies Ihrer Zulassungsstelle mitteilen. Diese gibt die Information wiederum an das Hauptzollamt weiter.
Einzig die Änderung Ihrer Bankverbindung müssen Sie dem Hauptzollamt direkt mitteilen.

Muss ich für ein geleastes Fahrzeug Kfz-Steuer bezahlen?

Grundsätzlich ist für fast jedes in Deutschland zugelassene Fahrzeug eine Kfz-Steuer zu entrichten. Geleaste Pkw sind davon nicht ausgenommen. Ob Sie die Steuer selber bezahlen müssen oder ob der Leasinggeber dies übernimmt, hängt von den individuellen Konditionen des Leasingvertrages ab.

Kann ich meine Kfz-Steuer steuerlich absetzen?

Falls Sie als Unternehmer ein Fahrzeug betrieblich einsetzen, welches als Betriebsvermögen Ihres Unternehmens geführt wird, können Sie die Kfz-Steuer als Betriebsausgabe geltend machen. Dies gilt jedoch nur, wenn für die Abrechnung der Fahrzeugkosten keine Reisekostenpauschalen eingesetzt werden.

Was muss ich tun, wenn ich eine Mahnung erhalte?

Wird die Kfz-Steuer nicht entrichtet erhalten Sie eine Mahnung mit einer angegebenen Frist, innerhalb der die Steuerschuld zu begleichen ist. Im Abstand von etwa zwei bis vier Wochen erfolgt eine zweite und dritte Mahnung. Säumniszuschläge können darin enthalten sein. Wird die Steuerschuld auch dann nicht beglichen, wird über die Zulassungsstelle das Ordnungsamt eingeschaltet welches den Fahrzeugschein einzieht und die Zulassungsplaketten von den Kennzeichen Ihres Autos entfernt. Damit wird das Fahrzeug von Amts wegen abgemeldet. Steht das Fahrzeug dabei auf einer öffentlichen Straße, sind Sie dazu verpflichtet es zu entfernen, da ein nicht zugelassener Pkw dort nicht stehen darf.

Solange die offene Steuerschuld nicht bezahlt ist wird Ihnen die Zulassung eines Fahrzeugs verwehrt.

Da die Kfz-Steuer an einem festgelegten Termin abgebucht wird, sollten Sie eine ausreichende Kontodeckung sicherstellen und dem zuständigen Hauptzollamt eine geänderte Bankverbindung unverzüglich mitteilen.