Wie hoch fallen die Wartungskosten bei einem Elektromobil aus?

Man kennt das, eine kleine Inspektion mit Öl-, Filter- und Zündkerzenwechsel für ein paar hundert Euro und dazu alle paar Jahre ein teurer Zahnriemenwechsel inklusive Wasserpumpe und Umlenkrollen im Rahmen einer großen Wartung. Hinzu kommen alle zwei Jahre eine Abgasuntersuchung, unkalkulierbare Probleme mit Steuerketten, Defekte am Kühler, der Kupplung, ein rostiger Auspuff oder mögliche Folgeprobleme nach einem Softwareupdate an einem Euro 5 oder 6 Diesel. Dies und mehr schlägt bei den Kosten noch auf.

Bei einem Elektrofahrzeug ist das anders. All diese Wartungskosten fallen nicht an, da es diese Bauteile gar nicht gibt.

Bremsscheiben und -beläge verschleißen meist langsamer. Das ist weniger der Tatsache geschuldet, dass diese Fahrzeuge generell weniger gefahren werden, als der, dass viele moderne Fahrzeuge Rekuperationstechnik nutzen. Einfach gesagt handelt es sich dabei um eine Motorbremse, bei der die beim Bremsen gewonnene elektrische Energie wieder ins System eingespeist wird. Da der Elektromotor bremst, wird die mechanische Bremse entlastet.

Eine Studie der IFA (Institut für Automobilwirtschaft) von 2012 ergab, dass die Wartungs- und Reparaturkosten eines Elektroautos um etwas über ein Drittel (35%) unter denen eines vergleichbaren Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor liegen.

Verglichen wurden dabei zwei Kleinwagen über einen Betrachtungszeitraum von acht Jahren und einer Jahresfahrleistung von 8.000 km. Während bei dem Verbrenner Wartungskosten in Höhe von € 3.650 berechnet wurden, lagen sie bei dem E-Fahrzeug bei € 2.350. Das entspricht einer jährlichen Ausgabe von € 456 gegenüber € 294 bei dem E-Auto. Ausschlaggebend dafür sind die eingangs genannten Gründe.

Die Inspektion eines E-Autos gestaltet sich im Vergleich zu einem Benziner oder Diesel deutlich einfacher. Reifen, Fahrwerk und Lenkung bedürfen auch hier einer regelmäßigen Kontrolle. Die Elektronik und die Elektrik ist aber weitestgehend wartungsfrei. Durch die ständige Weiterentwicklung elektronischer Bauteile wird deren Haltbarkeit und Zuverlässigkeit noch gesteigert.

E-Fahrzeuge sind also pflegeleicht. Generell sollte aber jegliche Inspektion, Wartung und Reparatur dennoch nur von Fachbetrieben mit geschultem Personal durchgeführt werden. Zu hoch ist das Risiko, die verbaute Hochvolttechnik zu unterschätzen und durch eine unsachgemäße Berührung lebensgefährlich verletzt zu werden. Vielen freien Werkstätten fehlt häufig die nötige Ausbildung um kompetent an einem solchen Fahrzeug zu arbeiten.

Besonderheit bei Tesla: Wer nach einem Unfall mit seinem Tesla Karosserieschäden zu beseitigen hat, wird an einen Kooperationsbetrieb der Marke direkt verwiesen. Die Tesla-Niederlassungen sind selbst nicht in der Lage diese Leistung zu erbringen. Daher sollte man sich im Vorfeld der Anschaffung darüber informieren, ob es einen entsprechenden Betrieb im näheren Umkreis gibt.

Wie bei jedem herkömmlichen Kfz gibt das Wartungs- oder Scheckheft Aufschluss über den technischen Zustand des Fahrzeugs und bestimmt dadurch dessen Wert mit. Es ist schon darum empfehlenswert keine Inspektion auszulassen, aber auch weil die Herstellergarantie und nur bei Einhaltung der vorgegebenen Inspektionsintervalle gilt. Ähnlich verhält es sich bei Kulanzarbeiten nach Ablauf der Garantiezeit. Hier zeigt sich der Vertragshändler in aller Regel kulanter, wenn alle Wartungen termingerecht durchgeführt wurden.