Hat ein Elektrofahrzeug Kostenvorteile gegenüber einem Benziner oder Diesel?

Datenstand: Dezember 2017
Um dies herauszufinden, müssen die einzelnen Kostenfaktoren verglichen werden. Diese sind der Anschaffungspreis, die Fixkosten (Kfz-Steuer und Versicherung), die Betriebskosten (Strom bzw. Kraftstoff), die Werkstattkosten sowie der zu erwartende Wertverlust.


Anschaffungspreis

E-Fahrzeuge sind im deutschen Straßenverkehr noch immer eine Ausnahme. Der Preis ist einer der Gründe, weshalb ihre Anzahl zwar kontinuierlich, aber nur im geringen Maße steigt. In der folgenden Tabelle findet sich eine Gegenüberstellung derzeit aktueller Elektrofahrzeuge und vergleichbarer Benzin- bzw. Dieselmodelle aus dem gleichem Hause. Die in der Übersicht enthaltenen Preise sind Herstellerangaben für Neufahrzeuge in ihrer günstigsten Basisausführung. Beim VW e-Golf schließt das bereits ein Navigationssystem und eine Klimaanlage ein. Wird zusätzliche, optionale Ausstattung gewählt steigt der Preis schnell um mehrere Tausend Euro.

ElektromodellKaufpreisBenziner-ModellKaufpreis
Citroën C-ZERO
49kW/67PS
€21.800Citroen C1 VTi 68
51kW/69PS
€9.090
BMW i3
125kW/170PS
BMW i3S
135kW/184PS
€37.550
€41.150
BMW 118i
100kW/136PS
€25.840
Kia Soul EV
81kW/110PS
€29.480Kia Soul 1.6 GDI
97kW/132PS
€16.990
Mercedes-Benz B 250e
132kW/180PS
€39.151 (inklusive Wallbox)Mercedes-Benz B220
135kW/184PS
€38.360
Mitsubishi i-MiEV
49kW/67PS
€23.790Mitsubishi Space Star
52kW/71PS
€7.990
Nissan Leaf 24kW
110kW/150PS
40kW
40kW 2.Zero edition
110kW/150PS
€23.365
zzgl. ab €79 monatliche Akkumiete
€31.950
€34.950
Nissan Pulsar 1.6 DIG-T
140kW/190PS
€24.420
Peugeot iOn
49kW/67PS
€21.800Peugeot 108 1.0l VTi
51kW/68PS
€9.990
Renault Zoe
68kW/91PS
Renault Zoe Life
mit Z.E. 41kW Akku
€22.100
zzgl. ab €59 monatliche Akkumiete
€25.200
zzgl. monatliche Batteriemiete ab €69
Renault Clio Energy TCe 90
66kW/90PS
€16.890
VW e-Golf
100kW/136PS
€35.900VW Golf 1.5 TSI
VW Golf 1.6 TDI
€24.050
€22.775
VW E-Up!
60kW/82PS
€26.900VW UP! 1.0 TSI
66kW/90PS
€12.550

Günstiger bei den 
Anschaffungskosten:

Benziner
Selbst nach Abzug des Umweltbonus ist ein E-Modell in der Anschaffung um sechs- bis zehntausend Euro teurer als ein Benziner oder Diesel. Um insgesamt günstiger zu sein, müssten die Unterhaltskosten unterhalb dieser Mehrkosten liegen.

Es ist absehbar, dass die Preise für Elektrofahrzeuge künftig fallen werden. Der Hauptgrund hierfür ist die technische Weiterentwicklung speziell im Bereich der Akkumulatoren. Dass der Anschaffungspreis unter den eines Benziner oder Diesels fällt ist jedoch kurz- bis mittelfristig nicht zu erwarten.
Zu den in Deutschland beliebtesten vier E-Modellen zählten 2017 der Renault Zoe gefolgt von Kia Soul EV, BMW i3 und der e-Golf von VW.

Kfz-Steuer

Die Kfz-Steuer für Benziner und Diesel basiert auf dem Kohlendioxidausstoß. Da Elektro-Pkw diesen nicht aufweisen, werden sie nach Gewicht besteuert. Zur Förderung der Elektromobilität wird jedoch nur der halbe Steuerbetrag erhoben. Für Neufahrzeuge, die bis Ende 2020 zugelassen werden, gilt eine vollständige Steuerbefreiung.

ModellJährliche Kfz-Steuer in €
BMW i3
BMW 118i
0
135
Nissan Leaf
Nissan Pulsar 1.6 DIG-T
0
112
Renault Zoe
Renault Clio Energy TCe 90
0
56
VW e-Golf
VW Golf 1.5 TSI
VW Golf 1.6 TDI
0
72
166


Günstiger bei der Kfz-Steuer:

E-Auto
Elektrofahrzeuge sind aufgrund der verbauten Akkus sehr schwer. Ohne die regulatorischen Maßnahmen der Politik möglichst niedrig gehalten.

Kfz-Versicherung

Die Art des Antriebs ist für die Versicherung irrelevant. Es gelten die Typ- und Regionalklassen, die jährlich vom GDV (dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) herausgegeben werden.

Verischerungsvergleich E-Modelle vs. Benziner:

HaftpflichtVollkaskoGesamt
TypklasseJahresbeitragTypklasseJahresbeitragpro Jahr
BMW i316€48317€454€937
BMW 118i16€45924€657€1.116
Nissan Leaf 24kW19€51421€613€1.127
Nissan Pulsar 1.6 DIG-T18€51422€657€1.171
Renault Zoe13€44917€489€938
Renault Clio TCe 9018€51419€489€1.003
VW e-Golf15€43220€543€975
VW Golf 1.5 TSI
VW Golf 1.6 TDI
14
18
€338
€454
16
18
€459
€453
€792
€912
Berechnungsgrundlage: Fahrleistung: 15.000 km, Schadensfreiheitsklasse:SF3, Vollkasko Selbstbeteiligung: €500, Typklassen 2018

Günstiger bei der Kfz-Versicherung:

kaum Unterschiede
Die Typklassen einiger Stromer wurden nach unten korrigiert. Das wirkt sich günstig auf ihre Versicherungsprämien aus. Der e-Golf ist in der Versicherung teurer geblieben als seine Vergleichsmodelle mit Verbrennungsmotor. Auch mit einem Rabatt für E-Fahrzeuge, welcher bei einigen Versicherungsunternehmen bis zu 10% betragen kann, bleibt der Jahresbeitrag oberhalb dem des Benziners.

Strom- vs. Benzin- bzw. Dieselkosten

Beim Vergleich der Betriebskosten von Elektro-Pkw und Verbrenner spielen die Preise von Benzin und Diesel eine große Rolle. Während der Preis für Strom die letzten Jahre nur geringfügig variierte und 2017 bei 29,2 Cent pro kWh lag, schwankten die Preise für Super, E10 und Diesel hingegen sehr stark. 2014 erreichten die Kraftstoffkosten ihren Höhepunkt. Anschließend fielen sie bis 2016 um über 30 Cent und befanden sich 2017 auf einem Jahresdurchschnitt von €1.363 für Super und €1.149 für Diesel.
Wie sich die Strom- und Benzinkosten in den nächsten 5 Jahren entwickeln ist kaum zu prognostizieren. Für den Kostenvergleich werden darum die Durchschnittswerte aus 2017 zugrunde gelegt. Beim Verbrauch eines Stromers wird ein Ladeverlust von 10% berücksichtigt.

Verbrauch pro 100kmKosten pro 100kmKosten pro Jahr*Kosten in 5 Jahren*
BMW i317,56kW/h5,138464.231
BMW 118i7,44l10,141.5217.606
Nissan Leaf 24kW19,42 kW/h5,678774.678
Nissan Pulsar 1.6 DIG-T7,39l10,071.5117.554
Renault Zoe19,42 kW/h5,679364.678
Renault Clio Energy TCe 906,7l9,131.3706.849
VW e-Golf18,2kW/h5,318774.385
VW Golf 1.5 TSI
VW Golf 1.6 TDI
6,9l
5,5l
9,4
6,32
1.411
948
7.053
4.740
*Jahreskilometerleistung 15.000km
Günstiger Im Verbrauch:

E-Auto
Es ist kaum überraschend, dass sämtliche Benziner und Diesel deutlich geschlagen werden. Auf das Jahr bezogen sind die Kosten für Kraftstoff mindestens anderthalb mal so hoch wie die für Strom. Ein etwas anderes Bilder gibt sich beim e-Golf im direkten Vergleich mit dem Turbodiesel. Durch seinen geringen Verbrauch kommt der TDI im Jahr bis auf 71 Euro an seinen elektrisch fahrenden Bruder heran.


Werkstattkosten

Der ADAC hat die Kosten in der Studie Herbst/Winter 2017/2018 zusammengefasst.
Die Basis für die Erfassung der Werkstattkosten sind Ausgaben für die vom Hersteller vorgeschriebene Inspektion und Wartung, Verschleißreparaturen wie u.a. der Ersatz von Bremsen, Reifen oder Scheibenwischern sowie eine zusätzliche Reparaturkostenpauschale. Den Werkstattkosten werden die durchschnittlichen Werkstattstundensätze der jeweiligen Hersteller zugrunde gelegt.

Ein möglicher Defekt am Akku wird nicht berücksichtigt. Dieser bildet zwar den teuersten Bestandteil im Elektroauto, ein schwerwiegender Defekt ist in dem betrachteten Zeitraum aber unwahrscheinlich. Zudem wäre er durch die Herstellergarantie abgedeckt.

Monatliche Kosten in €Jährliche Kosten in €*Kosten für 5 Jahre in €*Kostenunterschied gegenüber dem E-Modell
BMW i3
BMW 118i
60
57
720
684
3.600
3.420
-5%
Nissan Leaf
Nissan Pulsar 1.6 DIG-T
49
77
588
924
2.940
4.620
+57%
Renault Zoe
Renault Clio Energy TCe 90
33
55
396
660
1.980
3.300
+67%
VW e-Golf
VW Golf 1.5 TSI
VW Golf 1.6 TDI
47
57
56
564
684
672
2.820
3.420
3.360
+21%
+19%
*Jahreskilometerleistung 15.000km

Günstiger bei den Werkstattkosten:

E-Auto
Wie aus der Tabelle zu entnehmen ist, hängt die Kostendifferenz stark vom Hersteller und Modell ab. Der BMW i3, der gegenüber dem BMW 118i geringfügig kostenintensiver ist, ist eine Ausnahme. Im Vergleich zu herkömmlichen PKW sind die Werkstattkosten von E-Fahrzeugen im Durchschnitt um 30% günstiger.

Wertverlust

Der äußere und technische Gesamtzustand, die Ausstattung und Laufleistung sowie vorhandene Wartungsbelege oder ein Modellwechsel sind nur einige Faktoren, die den Wiederverkaufswert eines Fahrzeugs bestimmen. Es existieren weitere, fahrzeugunabhängige Faktoren wie der Benzinpreis und die Größe des Neu- und Gebrauchtwagenangebots welche das Ausmaß des Wertverlusts insbesondere bei Elektrofahrzeugen maßgeblich mitbestimmen.
Seit 2012 bis 2016 sind die Preise für Benzin und Diesel kontinuierlich gefallen. Naturgemäß ging dadurch die Nachfrage nach E-Fahrzeugen zurück. Das überschaubare Angebot an E-Modellen hat jedoch einen stabilisierenden Einfluss auf ihre Restwerte.

Listenpreis
Basismodell
Wertverlust
pro Jahr
Wertverlust
nach 5 Jahren

in %
Restwert
nach 5 Jahren

in %
BMW i337.5504.68023.40062,314.15037,7
BMW 118i25.8403.96019.80076,66.04023,4
Nissan Leaf 24kW28.105*3.14415.72055,912.38544,1
Nissan Pulsar 1.6 DIG-T24.4203.72018.60076,25.82023,8
Renault Zoe25.640*2.58012.90050,312.74049,7
Renault Clio Energy TCe 9016.8902.05210.26060,76.63039,3
VW e-Golf35.9004.58422.92063,812.98036,2
VW Golf 1.5 TSI
VW Golf 1.6 TDI
24.050
22.775
3.516
3.624
17.580
18.120
73,1
79,6
6.470
4.655
26,9
20,4
Die Angaben zum Wertverlust basieren auf einer Ableitung der Gebrauchtwagenpreise des DAT. Der Verschleiß der Akkus ist darin berücksichtigt.
*Listenpreis inkl. dem günstigsten Akku-Mietangebot über eine Laufzeit von 5 Jahren


Günstiger beim Wertverlust:

E-Auto
Wie ersichtlich verlieren Elektroautos deutlich weniger an Wert als Benziner und Diesel.

Der Wiederverkaufswert eines Renault Zoe beträgt nach fünf Jahren noch 50% seines Listenpreises. Damit ist er unter den genannten Modellen das mit dem geringsten Wertverlust. Der absolute Verlust ist aufgrund des höheren Anschaffungspreises allerdings höher als der des Vergleichsmodells mit Verbrennungsmotor.
Geringer ist hingegen der Restwert des BMW i3 (38%) und der des e-Golf (36%) die beide eine ähnliche Preisentwicklung aufzeigen. Gegenüber dem Golf Benzin- bzw. Diesel-Modell lässt sich beim Verkauf eines gebrauchten e-Golf ein um 10-16% höherer Preis erzielen. Damit ist er der wertbeständigste dieses Dreiergespanns. Mit Restwerten von 36-50% entsprechen die genannten Beispiele den allgemein geltenden Prognosen für E-Fahrzeuge.

Anzunehmen ist, dass verbesserte Akkutechnologien den Wertverlust von älteren Modellen negativ beeinflussen. Die hohe Innovationsgeschwindigkeit macht bestehende Technologien schneller obsolet, wie man es zB aus der Kommunikationstechnologie wie bei Smartphones kennt. Dies könnte auch die Elektrofahrzeuge betreffen, es ist in den nächsten Jahren mit einem sprunghaften Anstieg der Ladekapazitäten zu rechnen. Da es marktseitig aber noch keine Erfahrungswerte gibt, lässt sich dieser Faktor nicht seriös im Wertverlust einkalkulieren.

Eine deutlicher und andauernder Anstieg der Benzinpreise könnte den Markt elektroangetriebener Pkw stark befeuern, die Wiederverkaufspreise wären dadurch vergleichsweise noch höher. Davon ist derzeit aber nicht auszugehen.

Fazit

Die Aussage, Stromer wären grundsätzlich teurer als ihre Benzin- oder Dieselpendants, ist nicht mehr aktuell. Finanziell lohnenswert ist die Anschaffung eines Elektroautos dennoch nur bedingt. Der Grund liegt nach wie vor am derzeit niedrigen Benzinpreisniveau und vor allem an den vergleichsweise hohen Anschaffungskosten. Selbst mit dem Umweltbonus liegt der Listenpreis eines Stromers noch um mehrere Tausend Euro über dem eines konventionellen Benziners oder Diesels. Diese Differenz lässt sich durch niedrigere Unterhaltskosten kaum kompensieren, wie diese Übersicht veranschaulicht.

Listenpreis BasismodellFixkostenBetriebskostenWerkstattkostenWertverlustGesamtausgaben
BMW i337.5504.6854.2313.60023.40035.916
BMW 118i25.8406.2557.6063.42019.80037.081
Nissan Leaf 24kW28.105*5.6354.6782.94015.72028.973
Nissan Pulsar 1.6 DIG-T24.4206.4157.5544.62018.60037.189
Renault Zoe25.640*4.6904.6781.98012.90024.248
Renault Clio Energy TCe 9016.8905.2956.8493.30010.26025.704
VW e-Golf35.9004.8754.3852.82022.92035.000
VW Golf 1.5 TSI
VW Golf 1.6 TDI
24.050
22.775
4.320
5.390
7.053
4.740
3.420
3.360
17.580
18.120
32.373
31.610
alle Angaben in Euro, Betriebsdauer 5 Jahre, Fahrleistung 15.000km im Jahr
*Listenpreis inkl. dem günstigsten Akku-Mietangebot über eine Laufzeit von 5 Jahren


Günstiger bei den Gesamtkosten:
(Umweltbonus eingerechnet)

E-Auto
Waren die Kosten für Elektroautos vor einigen Jahren noch deutlich höher, haben u.a. angepasste Einstufungen der Versicherungstypklassen dazu geführt, dass sie inzwischen mit Benzin- und Dieselmodellen konkurrieren können. Während ein e-Golf noch immer teurer ist als ein Golf TSI, liegen BMW i3 und Renault Zoe über €1.000 unter der hauseigenen Konkurrenz. Am deutlichsten hervor sticht der Nissan Leaf mit einer Ersparnis von über 8.000 Euro. Hinzu kommt der Kostenvorteil durch den Umweltbonus, der beim Kauf eines neuen E-Modells gezahlt wird und den ohnehin schon geringen Wertverlust weiter abfedert.

Schlägt man zu den Gesamtkosten noch €1.500-4.500 für den Kauf und die Installation einer Wallbox auf, verringern sich die Kostenvorteile. Einige Stromer werden dadurch wieder teurer als das vergleichbare Verbrennermodell. Einen Vorteil hat derjenige, der die Möglichkeit besitzt sein Fahrzeug kostenfrei zu laden.

Trotz generell hoher Restwerte und geringeren Unterhaltskosten können Elektrofahrzeuge noch nicht vollkommen überzeugen. Hohe Anschaffungspreise, mangelnde Rentabilität und beschränkte Reichweite werden auch weiterhin viele Interessenten von einer Anschaffung abhalten.

Ökobilanz
Ein weiteres Argument zum Kauf eines Elektroautos ist dessen gern hervorgehobene Umweltfreundlichkeit. Doch wie umweltschonend sind diese Fahrzeuge wirklich? Nur über den beim Fahrbetrieb fehlenden Schadstoffausstoß zu sprechen ist zu kurz gedacht. E-Mobile verursachen durchaus CO2 Emissionen, welche bei ihrer Herstellung und bei der Bereitstellung des benötigten Stroms entstehen. Um dies zu verstehen muss betrachtet werden wie sich in den Jahren 2016/2017 der Strom-Mix in Deutschland zusammengesetzt hat.

Nach wie vor stammte der größte Teil des Stroms aus Kernenergie und fossilen Brennstoffen bei deren Gewinnung CO2 Emissionen entstehen. Der Anteil an erneuerbarer Energie machte kaum ein Drittel aus. Der für 2020 geplante Ausstieg aus der Atomenergie wird die Zunahme an regenerativer Energie forcieren um die entstandene Versorgungslücke auszugleichen, denn der Einsatz von Kohle und Gas wird sich die kommenden Jahre voraussichtlich kaum ändern. Von "sauberem" Strom ist man auch dann noch weit entfernt.

Im Fall eines Elektroautos entspricht der verbrauchte Strom einem indirekten Schadstoffausstoß. Vergleicht man diesen mit dem eines Benzin und Diesel Pkw ist dieser Wert erwartungsgemäß deutlich geringer. Auf Platz zwei rangiert der Diesel. Grundsätzlich generiert ein Liter Diesel höhere Kohlendioxidwerte als ein Liter Benzin. Der bessere Wirkungsgrad von Dieselmotoren führt aber zu einem geringeren Verbrauch und letzten Endes zu einer geringeren CO2 Belastung. Durch den anhaltenden Trend zu SUVs und schwereren und größeren Fahrzeugen mit erhöhtem Spritverbrauch wird dieser Vorteil kontinuierlich verzehrt. Bei einer rein auf den Fahrbetrieb bezogenen Betrachtung liegen Stromer mit Abstand vorn.

Ein Faktor der nicht übersehen werden darf ist die Herstellung der einzelnen Pkw Typen. Bei der Produktion eines Elektrofahrzeugs wird Studien zufolge deutlich mehr Energie aufgewandt als für die Produktion herkömmlicher Pkw nötig ist, was an elektrischen Komponenten wie Elektromotoren und Akkumulatoren liegt.
Der Abbau und die Verarbeitung der dazu nötigen Metalle benötigt viel Energie, welcher neben CO2 Emissionen auch weitere Umweltschäden verursacht. Die Gewinnung dieser Metalle erfolgt in Ländern, die überwiegend keine hohen Umweltschutzstandards besitzen.
Natürlich kann man argumentieren, dass eine größere Anzahl von Elektro-Pkw insbesondere in Großstädten die Luftqualität und in Folge der geringeren Lärmbelästigung auch die Lebensqualität verbessert. Im Gegenzug nimmt allerdings die Umweltbelastung anderenorts zu.

Addiert man den bei der Kraftstoff- bzw. Stromgewinnung entstehenden Ausstoß an Kohlendioxid zu dem bei der Fahrzeugproduktion verursachten hinzu, liegen alle drei Antriebstypen auf einem ähnlichen Niveau.

Würde die Anzahl an E-Fahrzeugen beim derzeitigen Strom-Mix deutlich ansteigen, wären erhöhte Kohlendioxidemissionen die Folge. Dies könnte soweit führen, dass die für das Jahr 2021 geplante Senkung des Abgasgrenzwerts für Neufahrzeuge auf 95g CO2 pro Kilometer ausgeglichen würde. Für die Ökobilanz wäre das eine negative Entwicklung. Verbessern ließe sie sich nur, wenn der Anteil erneuerbarer Energie am Strom bereits kurzfristig und deutlich ausgebaut würde. Bedauerlicherweise ist das eher unwahrscheinlich.

Schlussendlich muss man konstatieren, dass Elektroautos nicht so umweltfreundlich bzw. klimaneutral sind, wie sie oft dargestellt werden.