Testbericht: Skoda Enyaq iV80 - so gut stromert der schicke E-SUV
Raumangebot - voluminöser Auftritt
Der Tscheche punktet direkt mit seinem ersten Trumpf: Raumangebot. Bemerkenswert ist der überaus luftig anmutende Innenraum, der das großzügige Platzangebot traditioneller Skoda-Modelle weiterführt. Fahrer und Beifahrer genießen vorzüglichen Komfort mit reichlich Kopf- und Beinfreiheit, auch für Großgewachsene. Die Rücksitzbank bietet aufgrund guter Ausnutzung der stattlichen Fahrzeugbreite von 188 Zentimetern reichlich Platz für drei Erwachsene. Auch das Kofferraumvolumen macht eine gute Figur mit soliden 585 Litern, die sich durch Umklappen der Rücksitze auf beachtliche 1.710 Liter erweitern lassen. Ein Lob gebührt der variablen Ladebodenkonstruktion, eine klassische "Simply Clever"-Lösung von Skoda.
Reisekomfort und Reisetauglichkeit - entspannt unterwegs

Geht es um den Reisekomfort, brilliert der Enyaq IV80. Mit seiner optionalen Dreizonen-Klimaautomatik "Climatronic" fährt es sich stets zugfrei und wohltemperiert. Der große Wagen versteht es, mit seinem Radstand von 2.765 Millimetern eine veritable Komfortzone für Fahrer und Passagiere einzurichten. Dank der adaptiven Fahrwerksregelung DCC (Dynamic Chassis Control) gleitet der Wagen auch über schlechte Straßenbeläge, während das hohe Leergewicht von über zwei Tonnen der Fahrt eine angenehme Ruhe und Gelassenheit verleiht. Länge läuft.
Auf Langstreckenfahrten erwiesen sich auch die optional erhältlichen Ergo-Sitze als sehr empfehlenswert. Sie sind nicht nur in Längsrichtung, Höhe und Neigung vielfältig einstellbar, sondern verfügen auch über eine anpassbare Lendenwirbelstütze. Massagefunktion und Sitzheizung sorgen für zusätzlichen Komfort auf langen Fahrten. Etwas trübt der fehlende Verstellbereich der Rücksitzlehnen das Bild, was den Sitzkomfort im Fond leicht beeinträchtigt.
Bei der Geräuschentwicklung zeigt der Enyaq IV80 Stärken und Schwächen. Einerseits bleiben Wind- und Abrollgeräusche dank guter Isolierung auch bei höheren Geschwindigkeiten angenehm niedrig. Andererseits erzeugt der Elektromotor im Bereich bis etwa 60-70km/h ein hörbares Surren, das der ein oder andere als störend empfinden könnte.
Ein weiterers Manko: Das hohe Fahrzeuggewicht – der große 82kWh Akku im Unterboden fordert seinen Tribut. Für den Fahrkomfort von Vorteil, bringt die Leibesfülle eine klare Einschränkung bei der Anhängelast: Mit gerade einmal 1.000 Kilogramm (gebremst) und 750kg (ungebremst) kann der Skoda Mitbewerbern wie dem Mercedes EQC nicht das Wasser reichen. Fahrten mit Pferdeanhänger oder Wohnwagen scheiden also aus, als Zugfahrzeug ist der Enyaq nicht geeignet.
Stadttauglichkeit - gute Figur im Großstadt-Dschungel
Die imposanten Maße des Skoda Enyaq IV80 wirken auf den ersten Blick wenig stadttauglich. Mit einer Länge von 4.649 mm, einer Breite von 1.877 mm und den kurzen Karosserieüberhängen von nur 831 mm vorne und 953 mm hinten stellt sich jedoch heraus, dass der Enyaq bemerkenswert agil durch die Stadt navigiert. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Wendekreis, der bei 10,2 Metern liegt. Im Vergleich zu anderen SUVs dieser Größenordnung ist das ein guter Wert, der die Manövrierbarkeit in engen Straßen und auf kleinen Parkflächen erleichtert.
Hinsichtlich der Übersichtlichkeit gibt es sowohl Licht als auch Schatten. Die hohe Sitzposition und die großzügig dimensionierten Seitenspiegel bieten eine gute Rundumsicht, die jedoch durch die massiven A- und C-Säulen leicht eingeschränkt wird. Besonders bei der Sicht schräg nach hinten könnten die breiten C-Säulen beim Einparken oder beim Abbiegen in der Stadt zum Hindernis werden.
Eine entscheidende Hilfe für die städtische Manövrierfähigkeit ist die Rückfahrkamera inklusive des optionalen Area-View-Systems, das dem Fahrer eine 360°-Ansicht des Fahrzeugs auf dem zentralen Display bietet. Dank der hohen Auflösung und Präzision des Kamerabildes lassen sich selbst die teuren Felgen gut erkennen und Bordsteinschäden zuverlässig vermeiden.
Bei den Türöffnungen zeigt der Enyaq erneut seine Doppelnatur. Die Türen öffnen weit und bieten einen bequemen Einstieg, jedoch kann die Größe der Türen auf engen Parkplätzen zu Schwierigkeiten führen. Hier wäre eine schlankere Türkonstruktion oder eine flexiblere Öffnungsmechanik wünschenswert.
Dynamik und Fahrspaß - E-SUV mit Adipositas

Erwähnenswert ist die Dynamik, die der Skoda auf die Straße bringt. Mit 204 PS und 310 Nm Drehmoment beschleunigt der Enyaq IV80 in ordentlichen 8,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Eine beachtliche Leistung für ein Fahrzeug seines Kalibers, gegen Konkurrenten vom Schlage eines Tesla Model Y aber eher wenig beeindruckend. Trotzdem ermöglicht der Heckantrieb einen sportlichen Fahreindruck. Jedoch mindert das hohe Fahrzeuggewicht das Fahrgefühl und die Wendigkeit, ein Nachteil, der in engen Kurven deutlich wird. Hinzu kommt eine eher behäbige Reaktion des Fahrpedals auf abrupte Geschwindigkeitsänderungen. Bei der Dynamik kann der Enyaq also nicht vollends überzeugen.
Qualität - Premium-Eindruck mit VW-Genen
Im Bereich Qualität macht der Skoda eine hervorragende Figur. Das Interieur besticht durch hochwertige Materialien und eine tadellose Verarbeitung. Die optionalen Lederapplikationen und Holzdekor-Einlagen runden das Premium-Gefühl ab. Auch die verwendeten Kunststoffe fühlen sich wertig an. Hier spielt der Skoda seine Stärken als Teil des VW-Konzerns voll aus.
Die hohe Aufpreispolitik trübt das Bild: Viele Annehmlichkeiten sind nicht serienmäßig enthalten, was den Preis kräftig in die Höhe treibt.
Bedienung - Touchscreen-Dominanz im Cockpit
Auf den ersten Blick mag die Bedienung des Enyaq IV80 durch das 13-Zoll-Central-Display und das minimalistische Cockpit intuitiv erscheinen. In der Praxis offenbart sich jedoch eine gewisse Unübersichtlichkeit des Menüs, die mehrmaliges Tippen und Wischen erfordert. Einige Funktionen, wie die Steuerung der Klimaanlage, sind nur über das Menü erreichbar, was während der Fahrt eher unpraktisch ist. Hier hätte eine Kombination aus physischen Knöpfen und Touch-Bedienung mehr Sinn gemacht.
Die Assistenz- und eAuto-Funktionen - wenn nur der Preis nicht wäre

Im E-Auto-Bereich glänzt der Skoda mit einer beeindruckenden Ausstattung an Assistenzsystemen, darunter der Travel Assist, der die Steuerung, Beschleunigung und Verzögerung des Fahrzeugs teilautomatisiert. Besonders bei längeren Autobahnfahrten ist diese Funktion ein echter Gewinn. Aber Achtung: Auch hier schlägt die Aufpreispolitik zu und macht viele dieser Systeme zu kostenpflichtigen Extras. Beim Datenschutz der Skoda App gibt es jedoch Bedenken, die nicht unbeachtet bleiben sollten, wenn man diese Funktionen nutzen möchte.
Verbrauch und Reichweite - die Realität hinter den WLTP-Angaben
Skoda gibt für den Enyaq IV80 eine Reichweite von 510 Kilometern (WLTP) an. Im Praxistest zeigte sich jedoch ein anderes Bild: Der durchschnittliche Verbrauch lag bei rund 23,0 kWh/100 km, was bei einer vollen Batterie eine Reichweite von etwa 380 Kilometern ergibt - deutlich weniger als angegeben. Bei niedrigen Temperaturen und intensiver Nutzung der Heizung kann dieser Wert noch weiter sinken. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Ladeleistung: Mit maximal 125 kW Gleichstrom (DC) am öffentlichen Schnelllader ist der Enyaq nicht der Schnellste beim Aufladen. Kia, Hyundai und Genesis zeigen mit der 800V Architektur mehr als doppelt so hohe Werte, auch Tesla lädt mit dem Model 3 und Y deutlich schneller. An der Wallbox zieht der Skoda maximal 11 kW Wechselstrom (AC).
Preis und Unterhaltskosten - rechnet sich der E-Skoda?
Der Grundpreis des Enyaq IV80 liegt in Deutschland bei etwa 43.950 Euro. Mit zusätzlicher Ausstattung, wie zum Beispiel dem Leder-Interieur oder dem Infotainment-Paket, steigt der Preis schnell in Richtung 60.000 Euro. Bei den Unterhaltskosten punktet der Skoda dank der günstigen Stromkosten im Vergleich zu einem Diesel oder Benziner, auch wenn dieser Vorsprung je nach Stromanbieter und Kosten pro kWh am Schnellader individuell unterschiedlich hoch ausfallen wird. Weitere Pluspunkte im Kostenkapitel: vollständige Kfz-Steuerbefreiung bis 2030 und günstige Versicherungseinstufungen bei Haftpflicht und Kasko. Der Skoda kann sich also bereits nach dem ersten Kilometer rechnen, je nach individueller Situation. Für eine genauere Betrachtung empfehlen wir, unseren Kostenrechner Elektro vs. Verbrenner zu nutzen
Pro und Contra
| Qualitäten | Kritikpunkte |
|---|---|
| Umfangreiches Raumangebot | Teure Aufpreispolitik |
| Günstige Unterhaltskosten | Fahrpedal reagiert träge |
| Hoher Reisekomfort | Hohes Fahrzeuggewicht |
| Präzise Lenkung | Niedrige Anhängelast |
| Umfangreiche Assistenzsysteme | Kleines Kombiinstrument |
| Solide Reichweite | Mangelhafter Datenschutz der Skoda-App |
| Qualitätsanmutung bei Material und Verarbeitung | Ladegeschwindigkeit an DC-Säulen |
| Simply Clever-Lösungen | Unterer Durchschnitt beim Verbrauch |
Fazit zum Skoda Enyaq IV80

Der Enyaq IV80 stellt eine interessante Option im Segment der elektrischen SUVs dar. Er bietet viel Platz, eine solide Ausstattung und eine hochwertige Anmutung. Doch es gibt auch Kritikpunkte: Die hohe Aufpreispolitik, die geringe Anhängelast und die mangelnde Wendigkeit aufgrund des hohen Gewichts sind Punkte, die potenzielle Käufer beachten sollten. Die Reichweite und Ladeleistung könnten besser sein und auch das Infotainmentsystem benutzerfreundlicher gestaltet werden. Trotzdem: Als Gesamtpaket überzeugt der Skoda Enyaq IV80 und kann eine Überlegung wert sein für diejenigen, die ein geräumiges, reisetaugliches und e-SUV suchen.
Häufige Fragen und Antworten zum Skoda Enyaq
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