Die Unterhaltskosten des McLaren F1 - mehr geht nicht

Einen McLaren zu besitzen ist ein Luxus, den sich selbst Millionäre nicht immer leisten wollen. Bruce Weiner, ein amerikanischer Unternehmer hatte das große Glück, nach einer einjährigen Verhandlung an einen von 64 jemals gebauten, straßenzugelassenen McLaren F1 zu kommen. Der Kaufpreis zu dem Zeitpunkt: 1.2 Millionen US-Dollar. In diesem englischsprachigen Video erfahren Sie von seinem Besitzer, welche Ausgaben für den Unterhalt er seitdem für Arbeiten am F1 tätigen musste:



Der Neupreis des von 1993-97 gebauten Supersportwagens lag bei 500.000 britischen Pfund. Das machte ihn zu einem der teuersten Seriensportwagen der Welt. Für umgerechnet 1,1 Mio. DM erhielt man ein völlig kompromisslos aufgebautes Fahrzeug, eine reine Fahrmaschine ohne Traktionskontrolle, ABS, Servolenkung oder Bremskraftverstärker. Mit einer Karosserie aus Carbon und einem Monocoque war es das erste seiner Art. Materialien wie Titan, Magnesium, Kevlar und Gold (für die Hitzeableitung im Motorraum) trieben die Herstellungskosten nach oben und senkten gleichzeitig das Fahrzeuggewicht auf 1.137kg. Der von der BMW Motorsport GmbH eigens entwickelte 6.1 Liter 12 Zylindermotor bringt es gerade mal auf 266kg. In Kombination mit 627-680PS, Heckantrieb und einem Sechsganggetriebe kamen Leistungswerte zustande, die selbst einem modernen Supersportwägen kaum nachstehen. Eine Beschleunigung von 0 auf 100km/h in 3,2 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 370km/h brachten dem McLaren F1 einen Eintrag in das Guinness Buch der Rekorde.



Schwindelerregende Summen

Wie Bruce anhand seines 94er F1 erfuhr, hören die Superlative hier nicht auf. Seinen McLaren hatte der Vorbesitzer im Werk von silber auf orange umlackieren lassen. Die Rechnung für diese sechsmonatige Arbeit belief sich auf € 280.000. Die Betriebskosten für diesen seltenen McLaren sind nicht minder beeindruckend.

Eine kleine Inspektion (alle 3.000km oder 6 Monate) inklusive Ölwechsel kostet € 6.800, die große 10.000km Inspektion liegt bei über € 35.000.
Um die Wartung durchzuführen wird ein für den F1 geschulter Techniker aus England eingeflogen. Alternativ kann der Wagen auch zu einem der acht weltweit autorisierten Servicecenter oder zurück ins englische McLaren Werk transportiert werden.



Typisch für einen an sich als Rennstreckenfahrzeug entwickelten Sportwagen ist, dass viele Teile ein Verfallsdatum besitzen. Der 57 Liter fassende Tank beispielsweise muss alle 5 Jahre ersetzt werden. Kostenpunkt € 90.000. Die Kupplung ist alle 3 Jahre bzw. nach etwa 5.000km zu ersetzen.
Bruces McLaren war erst vier Monate vor dem Kauf im Werk gewartet worden. Dennoch belief sich die Summe der nun anstehenden Arbeiten auf € 200.000. Allein für den Reifenwechsel wurden € 40.000 veranschlagt. Die Reifen selbst sind für ca. € 6.000 zu bekommen. Ausschlaggebend für die hohe Summe ist der immense Aufwand für den Reifenwechsel. Die Reifen werden auf dem Fahrzeug gewuchtet und das Fahrwerk wird individuell auf die Reifen abgestimmt. Dies erfolgt auf einer Rennstrecke, die eigens angemietet werden muss. Zu den Mietkosten gesellen sich die Kosten für den Transport, einen professionellen Fahrer, den an der Strecke vorgeschriebenen Rettungsdienst, die Haftpflichtversicherung und die Mechaniker, die den Wagen vorort einstellen.

Der Feuerlöscher, dessen Verfallsdatum abgelaufen war, wurde in dem Kostenvoranschlag mit € 600 gelistet, obwohl er sich bis auf seine spezielle Größe kaum weiter von einem regulären Feuerlöscher unterscheidet, der beim Discounter für € 9,99 zu haben ist.

Aufgrund der zeitlich limitierten Nutzbarkeit einiger Teile kam Bruce beim Überschlagen der jährlichen Kosten auf eine Summe von € 40.000, selbst wenn der Wagen keinen Meter gefahren würde.

Die Ersatzteilversorgung für den McLaren F1 ist unproblematisch. Preise wie € 12.000 für die Windschutzscheibe sind absolut normal. Für die Titanauspuffanlage verlangte man schon Ende der 90er Jahre umgerechnet über € 30.000.

Bruce Weiner beschloss seinen McLaren aufgrund der extremen Kosten wieder zu verkaufen. Ein Verkauf, den er bis heute bereut.
Rowan Atkinsons zweifach verunfallter und neu aufgebauter McLaren F1 wurde 2015 für ca. € 11 Mio verkauft. Ein noch neuer F1 eines japanischen Sammlers wechselte im Herbst 2017 für € 20 Mio. seinen Besitzer.

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