Welchen Autokredit kann ich mir leisten? - Ratschläge für die passende Autofinanzierung

Wer täglich zur Arbeit fahren und auch im Alltag mobil bleiben muss, kommt um den Kauf eines passenden Wagens nicht herum. Dass dieser mit vergleichsweise hohen Kosten verbunden ist, liegt auf der Hand. Das eigene Budget zu kennen und anschließend das richtige Finanzierungsmodell auszuwählen, sind zwei unverzichtbare Punkte vor der Unterzeichnung des Vertrages.

Wie viel Geld ist wirklich verfügbar? Die Rechnung steht am Anfang





Vor der Suche nach dem passenden Auto lohnt es sich, eine konkrete Aufstellung der persönlichen finanziellen Situation anzulegen. Schließlich soll herausgefunden werden, wie viel Geld im Monat tatsächlich zur Verfügung steht und wie hoch die Kreditrate ausfallen darf, damit auch noch alle Unterhaltskosten des Autos abgedeckt sind.

Mit dem Taschenrechner die Ausgaben summierenWie viel Geld wirklich für den Autokredit übrig bleibt, sollte jeder künftige Käufer wissen. (Quelle: jarmoluk (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)


Zu Beginn der Kalkulation werden alle Einkünfte notiert. In aller Regel ist das das Nettogehalt, bei anderen oder mehreren Einkunftsarten ist es das Einkommen nach Steuerabzug auf dem Steuerbescheid. Anschließend wird eine zweite Rechnung erstellt, bei der alle Ausgaben addiert werden. Die Miete oder der Immobilienkredit, Hobbys oder auch das Futter für die Haustiere dürfen in dieser Liste nicht fehlen. Ebenfalls variable Lebenshaltungskosten wie die für Lebensmittel, Bekleidung oder Freizeitaktivitäten gehören auf die Seite der Ausgaben. Wer eine bestimmte Sparquote einhalten will, sollte auch diesen Sparbetrag als Ausgabe in die Rechnung nehmen. Am Schluss subtrahiert der künftige Autokäufer seine Ausgaben von den Einnahmen und erhält einen bestimmten Wert. Dieser Wert beschreibt das Budget, das jeden Monat zur freien Verfügung steht.

Dieses Budget lässt sich zB in unseren Autokosten-Budgetrechner eintragen, der dann vorschlägt, welches Auto man sich leisten kann.

Beendet ist die genaue Kalkulation damit aber noch nicht, denn insbesondere bei der Anschaffung eines PKW müssen seine Nebenkosten berücksichtigt werden. So zum Beispiel die Autoversicherung, die KFZ-Steuer, Ausgaben für Benzin, die Inspektion und den regelmäßigen Reifenwechsel. Bei der Finanzierung eines Fahrzeugs besteht der Darlehensgeber meist darauf, das Objekt umfassend zu versichern. Insofern stellt sich die Frage auch nicht, ob es sich lohnt, eine Vollkasko abzuschließen, sie ist schlicht unverzichtbar. Auf das gesamte Jahr gerechnet können alleine diese Kfz-Unterhaltskosten das persönliche Budget um einen vierstelligen Betrag senken. Werden diese Punkte also nicht einbezogen, kann das unangenehme Folgen haben. Ist bislang noch kein Auto im eigenen Haushalt vorhanden, können diese Beträge auf autokostencheck.de vorab berechnet werden. Niemals zu empfehlen ist hier aber die Annahme zu optimistisch geschätzter Zahlen. Dass Unterhalt und Verbrauch eines PKW für Käufer eine besondere Rolle spielen, beweist auch eine Umfrage zu diesem Thema. War für die meisten Teilnehmer (60%) der Kaufpreis des Wagens ausschlaggebend, nannten ganze fünfzig Prozent die Kosten für den Unterhalt ihres Autos als zweitwichtigstes Kaufkriterium.

Der Betrag, der nach dieser persönlichen Bestandsaufnahme am Schluss übrig bleibt, steht für den Autokredit zur Verfügung. Jetzt kann überlegt werden, welche Kreditmodelle passen und wie teuer der Wagen letztlich sein darf. Fest steht dabei: Wer von einem kostspieligen Sportwagen träumt, sich jedoch laut Budget nur einen Kleinwagen leisten kann, wird sich zumindest vorübergehend von seinem Wunschauto verabschieden müssen. In diese Überschuldungsfalle tappen speziell Berufseinsteiger und Fahranfänger gerne. Sie überschätzen ihren finanziellen Spielraum oder können sich von ihrem zu teuren Wunschauto oft nicht distanzieren. Sie führt in erster Linie zu Schwierigkeiten mit Kreditinstituten und zu einer negativen Schufa-Auskunft. Nachgelagert aber verspielt man die Möglichkeit, früh die ersten Rücklagen zu bilden, die langfristig entscheidend für eine stabile finanzielle Position sind. Und wirklich Spaß macht das Fahren mit einem Wagen, den man sich nicht leisten kann auch nicht.

Der Schlussratenkredit: Geringere Raten

Der Schlussratenkredit ist die erste Form der Finanzierung, die sich vor allem für all diejenigen anbietet, die noch nicht wissen, ob sie ihren PKW am Schluss der Finanzierungszeit wirklich behalten möchten, aber niedrigere Raten bevorzugen.

KreditberatungBei der Kalkulation der Schlussrate sollte auch an den tatsächlichen Restwert gedacht werden. (Quelle: bertholdbrodersen (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)


Hier wird beim Abschluss des Finanzierungsvertrages in vielen Fällen eine kleine Anzahlung geleistet und am Ende steht eine beträchtliche Schlussrate. So muss nicht der gesamte Anschaffungspreis finanziert werden und die monatliche Belastung fällt entsprechend geringer aus. Ist die Finanzierungszeit dann nach einige Jahren beendet, kann entweder die Abschlusszahlung in bar gezahlt, oder eine Anschlussfinanzierung vereinbart werden. In einigen Fällen ist es auch möglich, den Wagen bei dem Autohaus zurückzugeben, bei dem er gekauft wurde.

Bei der Schlussratenfinanzierung, die bei vielen Autobesitzern beliebt ist, gibt es lediglich einen kleinen Haken: Der Wert des Wagens am Ende der Finanzierungszeit muss nicht zwingend auch der Höhe der Schlussrate entsprechen. Wer ihn beispielsweise verkaufen möchte, um die Rate zu zahlen, könnte unter Umständen Verluste machen. Daher ist bei der Schlussratenfinanzierung ein genauer Blick auf die Höhe der Schlussrate wichtig. Sie sollte nicht allzu hoch ausfallen und dem etwaigen Wert des Wagens in der Zukunft entsprechen.

Der Ratenkredit: Keine Abschlusszahlung

Beim Ratenkredit handelt es sich um die wohl klassischste Form der Finanzierung. Hier kann das gewünschte Auto entweder vollständig finanziert werden, oder es wird eine Anzahlung geleistet und der Restbetrag bildet den Kredit. Die Raten liegen hier höher als beim Schlussratenkredit, da es keine solche Rate gibt. Mit der letzten Überweisung an den Kreditgeber zum Ende der Finanzierungszeit also gehört der Wagen ganz seinem Besitzer und es stehen keine Verbindlichkeiten mehr aus. Wie hoch die einzelnen Raten genau ausfallen wird von

  • der Laufzeit des Kredits,
  • der Kreditsumme
  • und der eventuellen Anzahlung

bestimmt.

Wer einen PKW per Ratenkredit finanzieren möchte, kann das sowohl bei seiner Hausbank als auch bei anderen Kreditinstituten tun. Auch Autobanken, die mit den Verkäufern zusammenarbeiten, bieten dieses Modell zusätzlich zu Schlussratenfinanzierungen an. In jedem Fall ist ein Autokredit Vergleich ratsam, um die günstigsten Zinsen zu sichern.

Die Ratenfinanzierung bietet sich für diejenigen an, die sich nicht mit dem Zahlen einer großen Schlussrate befassen wollen und im Gegenzug bereit dazu sind, höhere Raten in Kauf zu nehmen.

Leasing: Nur gemietet

Viele Auto-Interessenten denken, dass sich das Leasing nur für Neuwagen anbietet. Dabei jedoch vergessen sie das Potenzial des Gebrauchtwagenmarktes, das auch die Autohersteller längst erkannt haben. Und wenngleich der Absatz von Neuwagen in Deutschland laut tz.de seit 2016 angestiegen ist, bleiben Gebrauchte eine sinnvolle Alternative.

Leasing-FahrzeugDas Leasing stellt vor allem für Business-Kunden eine gute Lösung dar. (Quelle: ddzphoto (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)


Wer sich für das Leasing entscheiden will, kann also sowohl einen Neuwagen als auch einen Gebrauchtwagen fahren. Inwiefern das möglich ist, bestimmt selbstverständlich das individuelle Angebot eines Autohauses. Beim Leasing handelt es sich im Grunde nicht um eine klassische Finanzierung, da der Kunde den Wagen nicht kaufen, sondern mieten kann. Es gibt also keine Option, das Auto mit einer Schlussrate oder der vollständigen Tilgung eines Kredits zum Eigentum zu machen.

Damit sich Leasing für das Autohaus lohnt, muss der Kunde für den Wertverlust des Wagens aufkommen. Auch hier fallen entsprechende Monatsraten an, die die Lücke zwischen dem aktuellen und dem zu erwartenden Wert in der Zukunft schließen sollen. Aus diesem Grund kann Leasing unter Umständen eine sinnvolle Option sein, wenn der künftige Autobesitzer schon jetzt weiß, dass er den Wagen unter keinen Umständen behalten, sondern am Schluss der Vertragslaufzeit direkt wechseln möchte. Vor allem Unternehmer genießen beim Leasing einige steuerliche Vorteile. Wer als Privatperson leasen möchte, sollte sich am besten gut beraten lassen.
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