Der Führerschein in Deutschland ist teuer - mit welchen Kosten muss man rechnen?

Datenstand: Oktober 2023

Der Führerschein - für die einen ist es der erste große Schritt ins Erwachsenwerden oder in die Unabhängigkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln, für andere ist es eine berufliche Notwendigkeit. Egal welche Motivation dahinter steht, der Reiz eine eigene Fahrerlaubnis zu besitzen ist nach wie vor ungebrochen.

Dass der Führerschein relativ teuer ist, ist im allgemeinen bekannt, doch wie hoch sind die Kosten wirklich? Tatsächlich ist es so, dass diese Frage nicht einfach mit einer Zahl beantwortet werden kann, denn die Antwort hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, beispielsweise der gewünschten Führerscheinklasse, der Fahrschule, dem Bundesland und vor allem dem eigenen Talent. Auch in Österreich und der Schweiz kann der Weg zur Fahrerlaubnis tief ins Portemonnaie greifen, wie die untenstehende Tabelle aufzeigt.

Wieviel kostet der Führerschein Klasse B in Deutschland?

Während einerseits Kostenblöcke wie die Prüfgebühr für die theoretische und die praktische Prüfung vom jeweiligen Bundesland vorgegeben sind, gibt es für die meisten anderen keine festgelegte Gebührenverordnung. Fahrschulen sind an keine Preisvorgaben gebunden wodurch die für eine Fahrerlaubnis anfallenden Ausgaben stark variieren können. Darum kann die folgende Aufstellung lediglich als grober Anhaltspunkt angesehen werden.

Die Kosten für Klasse B liegen bei ca. € 1.700 - 3.100

Führerschein - endlich geschafft!
Führerschein - für viele 18-jährige ein Meilenstein

Fahrschul- und Führerscheinpreise in den einzelnen Bundesländern

Üblicherweise finden sich in den einzelnen Bundesländern Preisunterschiede, die durchaus nenneswert sind. Aber auch regional finden sich Fahrschulen, die ihre Dienste teurer oder billiger anbieten. Wir empfehlen daher, die Preise zu vergleichen.

BundeslandKosten für den Führerschein der Klasse BKosten je RegelfahrstundeKosten je Sonderfahrstunde
Baden-Württemberg2.600 - 3.500 Euro55 - 70 Euro63 - 80 Euro
Bayern2.800 - 3.700 Euro60 - 75 Euro68 - 88 Euro
Berlin2.400 - 3.300 Euro50 - 65 Euro58 - 78 Euro
Brandenburg2.500 - 3.400 Euro50 - 65 Euro58 - 78 Euro
Bremen2.600 - 3.500 Euro50 - 65 Euro58 - 78 Euro
Hamburg2.400 - 3.300 Euro50 - 65 Euro58 - 78 Euro
Hessen2.700 - 3.600 Euro55 - 70 Euro63 - 80 Euro
Mecklenburg-Vorpommern2.400 - 3.300 Euro50 - 65 Euro58 - 78 Euro
Niedersachsen2.600 - 3.500 Euro50 - 65 Euro58 - 78 Euro
Nordrhein-Westfalen2.700 - 3.600 Euro60 - 75 Euro68 - 88 Euro
Rheinland-Pfalz2.600 - 3.500 Euro50 - 65 Euro58 - 78 Euro
Saarland2.500 - 3.400 Euro50 - 65 Euro58 - 78 Euro
Sachsen2.700 - 3.600 Euro55 - 70 Euro63 - 80 Euro
Sachsen-Anhalt2.500 - 3.400 Euro50 - 65 Euro58 - 78 Euro
Schleswig-Holstein2.600 - 3.500 Euro50 - 65 Euro58 - 78 Euro

Woraus setzen sich die Kosten zusammen?

Bis man den PKW-Führerschein (Klasse B, ehem. Klasse 3) in Händen hält, müssen zahlreiche Schritte erledigt und und auch bezahlt werden. Den Anfang macht man mit der Anmeldung bei einer Fahrschule, die auch den Antrag auf eine Fahrerlaubnis stellt.

Bei der Fahrschule sind dann auch die Anmeldekosten zu bezahlen, im Laufe der Ausbildung die praktischen Regel- und Sonderfahrstunden, schließlich die Prüfgebühren und die Kosten für die Ausstellung der Fahrerlaubnis. Weitere Kosten entstehen für Passbilder, einen Sehtest und den Erste-Hilfe-Kurs sowie ggf. für Lernmaterialien wie die Führerschein-App.


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Schritte bis zum FührerscheinKosten
Antrag für eine Fahrerlaubnis€ 38-70
Passbilder€ 15€
LSMU Kurs€ 30-50
Sehtest€ 0-10
Grundgebühr bei der Fahrschule€ 350-500
Lernmaterial€ 90-120
Praktische Fahrstunden:
· Regelfahrstunde€ 45-70
· Sonderfahrstunde€ 45-80
Prüfgebühr für die Theorieprüfung€ 23
Prüfgebühr zur praktischen Fahrprüfung€ 117
Vorstellung zur Theorieprüfung€ 60-70
Vorstellung zur praktischen Fahrprüfung€ 160-250
Ausstellung des Führerscheins€ 38-70

Wie viele Fahrstunden vor Antritt der Fahrprüfung nötig sind, ist gesetzlich nicht geregelt. Die Vorgaben sehen lediglich vor, das zwölf Sonderfahrten stattzufinden haben. Diese sind:

  • 5 Fahrstunden auf Bundes- oder Landesstraßen, sog. Überlandfahrten
  • 4 Fahrstunden auf Autobahnen
  • 3 Fahrstunden bei Dunkelheit oder Dämmerung, sog. Nachtfahrten

Über die Anzahl der Regelfahrstunden bestimmt rein der Fahrlehrer, der das Fahrtalent seiner Schüler zu beurteilen und zu verantworten hat. Die Fahrschule bestimmt ebenso darüber, ob sie für die Vorstellung zur theoretischen bzw. praktischen Prüfung einen zusätzlichen Beitrag erhebt. Die Grundgebühr, die bei der Anmeldung an einer Fahrschule zu entrichten ist, gilt für die Unterrichtsstunden der Theorie. Dabei handelt es sich um 14 Doppelstunden a 90 Minuten.

Ginge man nun vom allergünstigsten Fall aus und von lediglich zwölf Regelfahrstunden würde sich der Gesamtbetrag für den Führerschein auf etwa € 1.500 belaufen. Bedauerlicherweise ist dies unrealistisch.

Die tatsächlichen durchschnittlichen Kosten für einen Führerschein variieren je nach Bundesland. Errechnet man den bundesweiten Durchschnitt kommt man auf einen Betrag von ca. 2.350 Euro.

Das grundsätzliche Ziel sollte nicht sein, mit möglichst wenig Fahrstunden an eine Fahrerlaubnis zu kommen. Es empfiehlt sich hingegen soviel Fahrpraxis zu sammeln wie nötig um die Prüfung erfolgreich zu bestehen und um künftig sicher am Straßenverkehr teilzunehmen. Die Kosten für eine wiederholte Fahrprüfung, Verkehrsstrafen oder sogar die eines Unfallschaden liegen weitaus höher als die von ein paar zusätzlichen Fahrstunden.

Welche Führerscheinklassen wie teuer sind

Motorradführerschein A1

Für Leichtkrafträder bis 125 ccm. Durchschnittliche Kosten liegen bei 1.800 bis 2.500 Euro. Wer bereits einen Klasse B Führerschein besitzt, könnte in einigen Fahrschulen Rabatte erhalten.

Motorradführerschein
Ob A1, A2 oder A - endlich Motorrad fahren!

A2-Führerschein:

Ermöglicht das Fahren von Motorrädern bis 48 PS. Die Kosten hierfür bewegen sich in der Regel zwischen 2.000 und 2.700 Euro.

Klasse A:

Für das Fahren von Motorrädern jeder Leistungsklasse. Durchschnittliche Kosten betragen 2.200 bis 3.000 Euro.

LKW-Führerschein (Klasse C und CE):

Die Kosten können hier stark variieren, je nachdem, ob man schon Vorerfahrungen besitzt oder nicht. Durchschnittlich liegen sie zwischen 4.000 und 7.000 Euro.

LKW-Führerschein Klasse C und CE
Der LKW Führerschein ist eine teure Investition

Führerschein mit Anhängern (Klassen BE und B96):

Die Kosten bewegen sich meist zwischen 800 und 1.300 Euro.

Busführerschein (Klasse D):

Dieser ist besonders kostenintensiv und kann zwischen 5.000 und 8.000 Euro kosten.

Führerschein D - Busse
Der Busführerschein berechtigt zum Personentransport

Sonstige Kosten rund um den Führerschein

Der internationale Führerschein ist für das Fahren in bestimmten Ländern außerhalb der EU erforderlich. Seine Kosten liegen bei etwa 20 bis 40 Euro. Das Umtauschen oder Neu-Beantragen eines Führerscheins kann je nach Region und Grund (z.B. Verlust oder Ablauf der Gültigkeit) zwischen 40 und 100 Euro kosten. Ein Sehtest für den Führerschein schlägt mit rund 5 bis 35 Euro zu Buche.

Führerschein-Schnellkurs

Für all jene, die es besonders eilig haben, gibt es die Möglichkeit eines Führerschein-Schnellkurses. Bei dieser intensiven Form der Ausbildung kann man den Führerschein innerhalb weniger Wochen erlangen. Die Kosten sind jedoch meistens höher und können je nach Region und Fahrschule bei 3.000 bis 5.000 Euro für die Klasse B liegen. Es lohnt sich daher, die Preise verschiedener Anbieter genau zu vergleichen.

Wie teuer sind die Führerscheinklassen in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

Die Kosten für den Erwerb eines Führerscheins variieren nicht nur zwischen den verschiedenen Führerscheinklassen, sondern auch von Land zu Land. Diese Unterschiede resultieren aus einer Vielzahl von Faktoren. So erfordern beispielsweise höhere Klassen wie der LKW-Führerschein aufgrund der erhöhten Anforderungen und Risiken teurere Fahrzeuge sowie umfangreichere Schulungen und Prüfungen. Dass gerade der Autoführerschein in der Schweiz günstiger ist als in seinen Nachbarländern liegt vor allem daran, dass die Eidgenossen einen staatlichen Fahrschuldienst haben, der zu günstigeren Preisen arbeitet.

FührerscheinDeutschlandÖsterreichSchweiz
PKW (Klasse B)2.600 - 3.500 Euro2.000 - 3.000 Euro1.500 - 2.500 Franken
LKW (Klasse C)6.000 - 8.000 Euro5.000 - 7.000 Euro4.000 - 6.000 Franken
Motorrad (Klasse A)2.000 - 3.000 Euro1.500 - 2.500 Euro1.000 - 2.000 Franken
Landmaschinen (Klasse L)1.000 - 1.500 Euro800 - 1.200 Euro600 - 1.000 Franken
Moped (Klasse AM)500 - 700 Euro400 - 600 Euro300 - 500 Franken
Diagramm: Führerschein-Kosten im internationeln Vergleich
Vergleicht man den deutschsprachigen Raum, ist jede Führerscheinklasse in Deutschland am teuersten

Wie wähle ich die beste Fahrschule aus?

Die Fahrschule mit dem günstigsten Angebot ist selten die beste. Da der größte Kostenblock beim Erwerb eines Führerscheins die Fahrstunden sind, ist die Fahrschule mit der qualitativ besten Ausbildung generell vorzuziehen. Eine gute Ausbildung erhöht die Chance die Führerscheinprüfung auf Anhieb zu bestehen und minimiert dadurch Folgekosten bzw. verhindert diese ganz.

Es ist darum wichtig, verschiedene Fahrschulen zu besuchen um persönlich mit den Fahrlehrern zu sprechen. Achten Sie dabei auf Motivationsfähigkeit, Aufmerksamkeit und ein positives Auftreten. Sympathie sollte dabei weniger eine Rolle spielen. Gleiches gilt für die zur Verfügung stehenden Fahrschulfahrzeuge. Für Fahrschulen sind diese oftmals ein Lockmittel.

Für das erfolgreiche Bestehen der Fahrprüfung spielt es jedoch keine Rolle, ob man beispielsweise in einem Volkswagen oder einem Mercedes unterrichtet wird. Ist Ihr Ziel z.B. ein LKW-Führerschein ist die Sachlage natürlich eine andere.

Wenn Sie schon vorort sind, erkundigen Sie sich nach einem Kostenplan und danach welche Leistungen mit der Anmeldegebühr abgedeckt sind. Mit dieser Kostenaufstellung ist es Ihnen anschließend möglich unterschiedliche Fahrschulen miteinander zu vergleichen.

Sollten Sie bereits einen Führerschein besitzen erkundigen Sie sich, ob dies Ihre Fahrausbildung vergünstigt. Besitzen Sie beispielsweise bereits einen Zweirad-Führerschein halbiert sich die Anzahl der nötigen Theoriestunden.

Schließen Sie Fahrschulen in Nachbarorten in Ihre Recherche mit ein. Falls Sie in der Stadt wohnen erkundigen Sie sich auch bei Fahrschulen auf dem Land, da diese oftmals etwas günstiger sind.

Des Weiteren empfiehlt es sich, sich im Freundes- und Bekanntenkreis umzuhören und mit Personen in Kontakt zu treten, die sich gerade bei der jeweiligen Fahrschule ausbilden lassen oder die dort bereits eine Fahrprüfung absolviert haben und darüber berichten können.

Die Summe Ihrer Eindrücke sollte es Ihnen ermöglichen eine Fahrschule zu bewerten und Ihnen die Auswahl erleichtern. Sollten Sie nach begonnener Fahrausbildung bemerken, dass Ihre Auswahl nicht gut war, können Sie jederzeit zu einer anderen Fahrschule wechseln. Die bereits abgeleisteten Fahrstunden verfallen nicht und werden von der neuen Fahrschule angerechnet.

Kann ich die Fahrschul- und Fahrerlaubnis-Kosten reduzieren?

Durch die korrekte Wahl der Fahrschule ist der erste Schritt bereits getan. Es gibt jedoch einige weitere Möglichkeiten Ihre Ausgaben zu begrenzen.

Die Fahrstunden bilden den größten Kostenanteil, den Sie beeinflussen können. Suchen Sie das aktive Gespräch mit dem Fahrlehrer, denn er kann Ihnen aufzeigen wo Ihre Schwächen liegen und helfen diese gezielt auszubügeln. Versuchen Sie weiterhin die Fahrstunden in kurzen Abständen zu absolvieren. Je weniger Zeit zwischen dein einzelnen Fahrstunden vergeht, desto weniger "Erfahrung" geht Ihnen wieder verloren.

Eine weitere Möglichkeit routinierter zu werden ist sich über Verkehrsübungsplätze im Umkreis zu erkundigen auf denen Sie ohne Führerschein, jedoch nur in Begleitung einer Person mit Führerschein, fahren und üben dürfen. Die zusätzlich gewonnene Fahrpraxis und Sicherheit wird helfen die Anzahl der Fahrstunden zu verringern.

Der nächste logische Schritt ist sich zuhause und auch schon vorab mit dem theoretischen Unterrichtsstoff auseinanderzusetzen. Viele Bücher und Internetseiten erlauben es Ihnen zu üben. Schließen Sie sich gegebenenfalls mit anderen Fahrschülern zu einer privaten Lerngruppe zusammen. Der theoretische Unterricht wird Ihnen dadurch leichter fallen und Sie verringern das Risiko für eine Wiederholungsprüfung nochmals Prüfgebühren bezahlen zu müssen.

Der Kombiführerschein ist eine weitere Möglichkeit Kosten zu sparen. Beliebt ist seit jeher die Kombination Kfz- und Zweiradführerschein, also Klasse B und A2. Zwei Führerscheine gleichzeitig zu machen erhöht aufgrund der Menge an Fahrstunden zwar die Gesamtsumme, jedoch erspart man sich die Gebühren für eine zweite Fahrschulanmeldung, die Prüfgebühr für eine weitere Theorieprüfung und die zum Teil von den Fahrschulen erhobene Vorstellungsgebühr zur theoretischen Prüfung. Je nach Fahrschule erspart man sich dadurch mehrere hundert Euro.

Falls Sie in der Ausbildung sind oder den Führerschein für die Ausübung Ihres Berufs benötigen erkundigen Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber, ob dieser gewillt ist Ihnen die Kosten zu erstatten oder zumindest einen Teil davon zu übernehmen.

Im Falle von Arbeitslosigkeit besteht die Möglichkeit sich bei der Bundesagentur für Arbeit zu informieren, welche unter bestimmten Umständen einen Führerschein finanziert.

Wie finanziere ich den Führerschein?

Grundsätzlich erfolgt die Abrechnung erst bei Beendigung der Fahrausbildung, da erst dann ersichtlich ist wie viele Fahrstunden nötig waren. Die Gebühren für die Fahrschulanmeldung und das Lernmaterial sind jedoch meist gleich zu Anfang fällig, die Gebühren für den LSMU Kurs und die Prüfgebühren üblicherweise erst bei deren Beginn.

Wer vorausschauend plant, legt sich schon frühzeitig Geld beiseite. Die ersparte Summe sollte hoch genug sein um die Kosten für eine mögliche Wiederholung abdecken zu können.

Während einige Fahrschulen selbst ein Ratenzahlungsmodell anbieten sollte ein Bankkredit die letzte Option darstellen, da in diesem Fall Zinsen fällig werden, die die Gesamt-Führerscheinkosten erhöhen. Wer diese Möglichkeit dennoch wählt sollte darauf achten einen genügend hohen Kredit aufzunehmen, da eine Krediterhöhung bzw. ein Zweitkredit bei nicht bestandener Führerscheinprüfung schwierig sein kann.