Die günstigste Möglichkeit, 2023 in Deutschland ein Auto zu fahren

Die Kraftstoffkosten pendeln sich gerade - Stand Januar 2023 - auf einem stabilen, aber hohen Niveau ein. Diesel kostet im Schnitt 2.17€, Super/E10 2.04€. Der Strompreis liegt bei 0.38€, ein Plus von 30% zum Vorjahr.

Die Kfz-Versicherung hat sich obendrein um 7 bis 10% verteuert - die Inflation lässt grüßen.

Dennoch - man kann 2023 richtig günstig Auto fahren

Auch wenn es im Jahr 2021 und 2022 noch billiger war, die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. Also sehen wir Stand 2023 an, welches Modell das günstigste ist.

Wir sprechen prinzipiell von einem fabrikneuen Fahrzeug, alltagstauglich und aufgrund unterschiedlicher Faktoren extrem günstig zu fahren.

Unsere Kalkulation enthält das Fahrzeug selbst einschließlich seiner Unterhaltskosten. Wir wollen hier keinen ökologischen oder klimapolitischen Diskurs über das Für und Wider dieser Antriebstechnologie führen. Es geht um eine reine Vollkostenbetrachtung und die wird dich überraschen: man fährt das richtig gewählte Auto billiger als jedes andere Fahrzeug.

Die Kosten eines Fahrzeugs hängen von vielen individuellen Faktoren ab, das wissen wir von autokostencheck.de natürlich genau. Um dennoch eine realistische Einschätzung treffen zu können gehen wir von einem mindestens 25-jährigen Fahrer aus, der 10.000km pro Jahr zurücklegt. Er besitzt die SF-Klasse 7 bei seiner Kfz-Versicherung.

Welches Auto ist das günstigste?

Exemplarisch legen wir ein E-Auto zugrunde, dessen Listenpreis auf jeden Fall unterhalb von 40.000€ liegt. Das hat mit maximalen Förderung 2023 zu tun, die man aktuell vom Staat bekommt: 7.500EUR, zusammengesetzt aus 4.500€ Umweltprämie und weiteren 2.250€ Herstellerbonus.

Kostenkapitel 1 - das Auto: Smart Fortwo EQ

Smart Fortwo eq - Elektrisches Microcar un die güsntigste Art, 2023 in Deutschland ein Auto zu fahren

Das derzeit günstigste in Deutschland angebotene Elektrofahrzeug ist der Smart Fortwo EQ für einen Listenpreis von 18.965€. Abzüglich der Förderung bleibt ein effektiver Kaufpreis von 12.215€. Das ist eine Ersparnis von 36%.

Um so günstig wie möglich Auto zu fahren, kommt der Faktor "Zeit" ins Spiel: Geht man von einem klassenüblichen Wertverlust von ca 35% nach 2 Jahren bei einer Fahrleistung von 10.000km pro Jahr aus, wird einem klar, dass Vater Staat den Wagen in diesem Zeitraum mindestens so hoch bezuschusst wie er an Wert verliert. Die maximale Ersparnis realisiert man, indem das Auto nach 24 Monaten wieder abgegeben wird.

Alternative Leasing:
Was viele nicht wissen: die volle Förderung gibt es auch, wenn man das Auto nicht kauft, sondern least. Ab einer Laufzeit von 24 Monaten werden auch beim Leasing die vollen 6.750 Euro Gesamtförderung gewährt. Wer diese Chance weiterdenkt stellt fest, dass auch hier die obige Wertverlustbetrachtung gilt. In etwa so kalkulieren auch Leasinggesellschaften, die den Smart Fortwo EQ für Monatsraten im Bereich von 150 - 200€ anbieten. Die extrem niedrigen Raten aus 2021 - den Smart gab es für 30 bis 50€ monatlich - sind wegen Lieferengpässen und gestiegenen Zinsen passé. Vorteile des Leasings: kein Restwertrisiko und minimaler Kapitaleinsatz.

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Man besorgt sich also im ersten Schritt den Neuwagen. Der Smart ist Stand Ende 2022 zu annehmbaren Lieferzeiten von wenigen Monaten lieferbar. Wer den Kaufpreis verfügbar hat, kauft direkt beim Händler und veräußert nach 2 Jahren das Auto wieder. Er wird voraussichtlich keinen Verlust oder sogar einen kleinen Gewinn damit machen. Wer ein günstiges Leasingangebot von ca 150€ im Monat ohne Anzahlung findet kann auch zugreifen, die Kosten sind dabei aber höher.

Das Auto selbst fährt man also je nach Art der Finanzierung nahezu kostenneutral. Wir setzen für unsere Berechnung konservativ an: € 100 pro Monat

Kostenkapitel 2 - Unterhalt

Wir wollen das Automobil fahren, also kommen unweigerlich laufende Kosten hinzu, die die Nutzung mit sich bringt. Das sind im wesentlichen Kfz-Steuer, Versicherung, Energiekosten und Wartung.

Die Kfz-Steuer
Im Gegensatz zum Verbrenner, egal ob neu oder gebraucht: das E-Fahrzeug ist bis mindestens 2030 von der Kfz-Steuer befreit, also € 0,-.

Die Kfz-Versicherung
Empfehlenswert ist für einen Neuwagen eine Vollkaskoversicherung. Einige Gesellschaften wie die CosmosDirekt bieten für E-Autos einen 10%igen Rabatt auf die Prämie. Wie hoch die Versicherungsprämie ist entscheidet sich individuell vor allem anhand des vorliegenden Schadenfreiheitsrabatts. Bei Rabattstufe SF7 liegt eine günstige Versicherung für den Smart dann in etwa bei € 350,- pro Jahr.

Die Wartung
Nach 12 Monaten wird bei unserem Smart eine Wartung fällig, die mit ca € 120,- zu Buche schlägt. Die nächste Wartung nach 24 Monaten übernimmt dann der nächste Besitzer oder der leasinggebende Betrieb.

Die Stromkosten
Einer der Knackpunkte der E-Mobilität im Jahr 2023 ist die Ladeinfrastruktur. Gerade in Ballungsräumen ist die eigene Wallbox meist noch Wunschdenken und öffentliche Ladepunkte sind weiterhin Mangelware. Insofern gilt "das günstigste Auto 2023" nur für denjenigen, die eine einfache Möglichkeit hat, sein Fahrzeug regelmäßig zuhause zu laden und auch über den Stromanbieter frei entscheidet. Private Ladetarife für das E-Auto erhält man im Moment für 0,40€/kWh.

Der Smart ist ein kleines, effizientes E-Auto. Im Alltagsbetrieb ist von einem Stromverbrauch von ca. 13,1kWh je 100km auszugehen.

Die Stromkosten betragen bei 10.000km/Jahr monatlich nur € 44,- - undenkbar wenig bei einem Auto mit Verbrennungsmotor.

Für Besitzer einer heimischen Photovoltaikanlage dürfte es völlig klar sein: billiger als mit dem E-Auto geht es nicht. Aber auch wer die Gelegenheit hat, bei seinem Arbeitgeber oder an öffentlichen Säulen zumindest teilweise kostenfrei zu laden, kann seine Verbrauchskosten weiter drücken.

Kostenkapitel 3 - weiteres Senkungspotenzial

  1. Kostenlose öffentliche Parkplätze für E-Autos - In vielen Städten gibt es speziell ausgewiesene Stellplätze für E-Autos. In der Regel ist das Parken gratis, das Stromtanken an der installierten Ladesäule noch günstig. Ersparnis ca € 50,- Parkgebühren pro Jahr.
  2. THG-Quote für E-Autos - Der Besitz eines batterieelektrischen Fahrzeugs trägt zur Senkung der CO2 Emissionen bei. Die CO2-Einsparung eines E-Fahrzeugs stellt so für die Industrie einen Wert dar, den sie käuflich erwerben kann, um ihrerseits mehr CO2 ausstoßen zu dürfen. Ob diese Treibhausgas- oder THG-Quote im Sinne des Umweltschutzes ist sei dahingestellt. Für eine Einzelperson ist es verwaltungstechnisch jedenfalls unverhältnismäßig, den CO2 Gegenwert seines Wagens zum Verkauf anzubieten. Bei Anbietern wie geld-fuer-eauto.de kann man sich als Fahrer eines Elektrofahrzeugs registrieren, diesen ansonsten rein fiktiven CO2-Wert zur Verfügung stellen und erhält so bis zu € 410,- pro Jahr ausbezahlt.

So gering sind die Kosten für das günstigste Auto 2023:
Vollkostenberechnung für 24 Monate

Smart Fortwo EQKosten
Effektiver Wertverlust (Umweltprämie einberechnet)2.400 Euro
Kfz-Steuer0 Euro
Versicherung700 Euro
Wartung 120 Euro
Stromkosten1.048 Euro
Parkgebühren- 100 Euro
Umweltzertifikat- 820 Euro

Gesamtkosten 24 Monate3.348 Euro
Kosten pro Monat139,50 Euro

Ein herkömmliches Auto mit Verbrennungsmotor für unter 150€ im Monat zu fahren war und ist selbst unter optimistischen Annahmen in Deutschland aktuell nicht möglich. Fährt man 10.000km/Jahr sind auch mit einem sparsamen Modell (6l/100km) alleine für den teuren Kraftstoff schon knapp 100€ monatlich fällig. Allenfalls ein Kleinwagen mit Erdgas-Antrieb, z.B. der Skoda Scala 1.0 CNG kommt bei den Verbrauchskosten dem Smart nahe oder liegt sogar knapp darunter. Erdgas als Antriebsquelle wollen wir aber aus bekannten Gründen derzeit nicht empfehlen.

Da es sich um ein fabrikneues Modell mit 24 Monaten Gewährleistung handelt, sind unvorhersehbare Zusatzkosten nicht zu erwarten. Anders als bei einem Gebrauchtwagen, bei dem man andererseits auf die Vollkasko verzichten und damit einiges einsparen kann. Auch wird es bei der angesetzten Fahrleistung beim Smart keine Verschleißreparaturen wie Bremsen oder Reifen geben.

Für diejenigen, die einen Smart Fortwo EQ aufgrund seiner Größe nicht als vollwertiges Fortbewegungsmittel sehen: betrachtet man z.B. einen Opel Corsa-e, einen Dacia Spring oder einen Peugeot 2008 e-Active, sieht die Kostenbilanz nicht wesentlich schlechter aus. Auch diese Modelle profitieren stark von den hohen Förderquoten, sind preiswert zu versichern, energieeffizient und arm an Wartungskosten.

Fazit - das günstigste Auto ist der Smart EQ Fortwo Coupe

Auch in dieser Hochpreisphase kann man in Deutschland sehr günstig Auto fahren. Der Smart EQ Fortwo Coupe (82 PS/60kW) hat die Nase nach 2021 und 2022 weiter vorn. Ja, es gibt ein paar Voraussetzungen, allen voran eine heimische oder eine andere günstige, regelmäßige Lademöglichkeit. Unsere Empfehlung: jetzt einsteigen, billiger wirds nicht!


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Angaben und Preise Stand 30.05.2026. Preise können sich zwischenzeitlich verändert haben.
** Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem "Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.