Der Rabattschutz in der Kfz-Versicherung

Mit dem Rabattschutz sichert die Versicherung zu, dass sich die Schadenfreiheitsklasse des Versicherten auch nach einem Unfall nicht verändert. Er ist eine kostenpflichtige Option die von einer Vielzahl von Kfz Versicherern angeboten wird. Er ist fahrzeugunabhängig und hat nichts mit der Typklasse zu tun, die das individuelle Risiko eines Fahrzeugmodells ausdrückt. Hat man also eines der am günstigsten zu versichernden Autos, bleibt dies auch in Zukunft so, unabhängig vom Rabattschutz.

Rabattschutz und Rabattretter als Bestandteil des Versicherungstarifs

Mit jedem unfallfreien Jahr steigt die Schadenfreiheitsklasse. An die Schadenfreiheitsklasse gekoppelt ist ein Rabattsystem welches die Versicherungen individuell definieren. Wer beispielsweise zehn Jahre lang ohne einen selbstverschuldeten Schaden Auto fährt, erlangt dadurch die Schadenfreiheitsklasse SF10 und profitiert von einem ansteigenden Schadenfreiheitsrabatt und einem sinkenden Beitragssatz. Damit honoriert das Versicherungsunternehmen das geringere Schadenrisiko des Halters. Verursacht der Versicherte einen Unfall für dessen Instandsetzungskosten die Versicherung aufkommen muss, sinkt die Schadenfreiheitsklasse zum Teil drastisch. Es reduziert sich der eingeräumte Rabatt, die zu zahlende Versicherungsprämie steigt an. Ein Autofahrer mit SF10 findet sich dann in SF4 oder 5 wieder. Hier können Sie die typische Praxis bei der Rückstufung nach Unfallschaden nachschlagen. Um die Rückstufung und die damit verbundenen finanziellen Folgen zu verhindern bieten Versicherer ein Tarifmerkmal namens Rabattschutz an. Tritt er ein wird der Schaden so behandelt, als hätte es ihn nicht gegeben. Die SF-Klasse als auch der SF-Rabatt bleiben unverändert. Versicherungsabhängig entwickelt sich die SF-Klasse im Folgejahr normal weiter oder verbleibt für das Jahr gleich.

Weil der Rabattschutz nur im Fall selbstverschuldeter Schäden anwendbar ist, wird er nur in Zusammenhang mit einer Haftpflichtversicherung oder einer Vollkasko angeboten. Durch den Rabattschutz werden üblicherweise ein bis drei Schäden pro Jahr abgedeckt. SF4 oder SF6 und ein Alter von über 25 Jahren sind für diesen Tarif Voraussetzung. Im Durchschnitt kostet er 18% Aufschlag zur Versicherungsprämie. Der Nachteil des Rabattschutzes zeigt sich beim Wechsel der Versicherung Die neue Versicherung richtet sich nach der tatsächlichen SF-Klasse. Sie erkennt den genutzten Rabattschutz des Vorversicherers nicht an und rechnet jeden Unfall wieder in die SF-Klasse ein, wodurch der Versicherungsbeitrag höher ausfällt.

Der Rabattretter erlaubt im Unterschied zum Rabattschutz eine Rückstufung der SF-Klasse, aber nur soweit der Schadenfreiheitsrabatt und Beitragssatz unverändert bleibt. Er ist nur einmal anwendbar. In Neuverträgen wird er nicht mehr angeboten. Wer weder Rabattschutz noch Rabattretter besitzt, kann im Einzelfall das Ansteigen der SF-Klasse durch Rückkauf verhindern. D.h. der Versicherte kommt für den Schaden selbst auf. Speziell bei kleineren Schäden ist das in Summe günstiger als eine Rückstufung.



Der Rabattschutz macht besonders für Autofahrer Sinn, die ein erhöhtes Unfallrisiko tragen. Z.B. weil sie unsicher oder viel im Großstadtverkehr unterwegs sind. Wer gelegentlich die Versicherung wechselt oder eine hohe SF-Klasse besitzt, benötigt ihn nicht.

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