Welche Kosten entstehen für eine Wallbox und deren Anschluss?

Das Elektroauto an der haushaltsüblichen Steckdose zu laden klingt simpel. Ganz so einfach ist es tatsächlich nicht. Die normale 230-V-Steckdose zuhause ist üblicherweise für Ströme bis maximal 16 Ampere ausgelegt. Bei dauerhaften Betrieb durch stundenlanges Laden oder bei Überschreitung dieses Werts erhitzen sich die Verkabelung, wie auch die Steckdose und Stecker. Im schlimmsten Fall könnte es zu einem Brand kommen. Speziell gefährdet sind alte Gebäude mit entsprechender Elektrik. Um jedes Risiko zu vermeiden ist es wichtig, die bestehende Elektroinstallation zuvor durch einen Techniker prüfen zu lassen.

Der beste Weg sein Fahrzeug gefahrlos und optimal zu laden ist die Installation einer eigenen Ladestation, der so genannten "Wallbox". Sie bringt den weiteren Vorteil verkürzter Ladezeiten.



Wallboxen existieren in Ausführungen für 3,7kW, 11kW und 22kW. Die leistungsstärksten sorgen für die schnellste Ladung, sind aber auch die teuersten. Der Preis liegt je nach Modell, Liefer- und Funktionsumfang bei € 500 bis € 3.000.

Für Ladestationen mit über 12kW Leistung bedarf es einer Anmeldung und Genehmigung des Netzbetreibers, die oft auch kostenpflichtig ist.

Für die Installation durch einen Elektroinstallateur, das Material (u.a. Kabel, Sicherungskasten, Stromzähler) und etwaige Wanddurchbrüche werden nochmals rund € 1.000 bis 1.500 fällig. Der Aufbau einer 22kW Wallbox liegt im oberen Bereich, da, falls nicht bereits vorhanden, eine Verkabelung mit größerem Leitungsquerschnitt benötigt wird.

Wer über das Fachwissen und handwerkliche Können verfügt kann diese Summe reduzieren, indem die Installation selbst durchgeführt oder zumindest vorbereitet wird. Mancher Netzbetreiber schreibt allerdings vor, dass eine Ladestation nur durch einen Elektrofachbetrieb angeschlossen werden darf.


Gemeinschaftsanschlüsse in Mehrfamilienhäusern schwer durchzusetzen

Bewohner von Mietwohnungen oder Mehrfamilienhäusern haben es ungleich schwerer als die eines Einfamilienhauses. Was nicht nur an üblicherweise komplett fehlenden elektrischen Anschlüssen am Tiefgaragenstellplatz oder in der Garage liegt. Um zu einer Wallbox zu kommen muss eine große Hürde genommen werden, denn hier bestimmt der Vermieter oder die Eigentümerversammlung, ob der Aufbau einer Ladeeinrichtung erlaubt wird oder nicht.

Unter Umständen kommen zu den bisher genannten Kosten noch ca. € 200 hinzu, falls der Vermieter bzw. die Hausverwaltung zur technischen Abnahme der erfolgten Elektroinstallation ein zertifiziertes VDE-Prüfprotokoll fordert. Die Kosten der Installation trägt in den allermeisten Fällen der Mieter/Wohnungseigentümer selbst. Das gilt auch für die Kosten der Deinstallation, falls im Fall eines Umzugs vorgeschrieben ist die Wallbox wieder zu entfernen.
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