Neuwagen oder Gebrauchtwagen - Vor- und Nachteile im Überblick

Wenn das eigene Auto in die Jahre gekommen ist und allmählich eine Reparatur nach der anderen fällig wird, ist es höchste Zeit, sich nach einer Alternative umzuschauen. Bei jedem Autowechsel stellt sich unweigerlich die Frage, ob das nächste Auto ein Neuwagen oder ein gebrauchter sein soll.

Das spricht für einen Neuwagen

Steht ein Autowechsel an, spielen viele Autofahrer mit dem Gedanken, sich einen Neuwagen anzuschaffen. Und dafür gibt es gute Gründe:



  • Immer die neuste Technik: Vielen Autofahrern ist es wichtig, technisch
    immer auf dem neusten Stand zu sein. Ein Neuwagen ist da genau das Richtige. Selbst in der Basisausstattung hat ein neues Auto in Sachen Technik mehr zu bieten als ein Gebrauchtwagen – sei es ein integriertes Navigationssystem, Startautomatik oder eine Rückfahrkamera.

  • Mehr Sicherheit: Neue Automodelle verfügen über mehr Sicherheitssysteme als ältere Automodelle. Sie haben verbesserte Knautschzonen, die bei einem Unfall die Insassen besser schützen, sowie Einparkhilfen. Dazu kommen noch weitere Sicherheitssysteme, darunter Abstandsregulierer, Müdigkeitssensoren und Spurhalteassistenten. Sie verringern die Unfallgefahr und sorgen somit für ein sicheres Fahrgefühl.

  • Die Garantie: Ein Neuwagen hat den großen Vorteil, dass die Garantie des Herstellers voll gültig ist. Meistens liegt die Garantielaufzeit in Deutschland bei zwei Jahren. Je nach Hersteller sind aber bis zu sieben Jahre möglich. In der Zeit werden Mängel am Auto kostenlos repariert. Bei manchen Herstellern endet die Garantie, sobald ein bestimmter Kilometerstand erreicht ist. Die Zahlen variieren zwischen 100.000 und 160.000 Kilometern.
  • Neue und neuwertige Gebrauchtwagen kann man auf den ersten Blick kaum unterscheiden

  • Individuelle Bedürfnisse erfüllen: Während man einen Gebrauchtwagen nehmen muss, wie er ist, hat man beim Kauf eines Neuwagens die Möglichkeit, Pakete zur Sonderausstattung zu wählen. Damit kann man sich den ein oder anderen Wunsch erfüllen, der sich über die Jahre beim Autofahren herauskristallisiert hat, und somit seinen individuellen Bedürfnissen nachzugehen.

  • Alles ist neu: Steht ein Autowechsel an, ist es so manchem Käufer wichtig, dass das neue Auto auch wirklich neu ist und keinen Vorbesitzer hatte. Sie legen Wert auf das Neu-Gefühl: der Erste zu sein, der auf den Polstern sitzt und den Wagen fährt und nicht zu vergessen der typische Geruch eines Neuwagens.


Das spricht gegen ein fabrikneues Fahrzeug – oder doch nicht?

Der triftigste Grund, sich gegen einen Neuwagen zu entscheiden, dürfte wohl der Kostenfaktor sein. Zugegeben, für ein neues Auto muss man tief in die Tasche greifen.
Ein Kleinstwagen wie ein Smart ist im Neuzustand ab guten 15.000 Euro zu haben, für einen Kleinwagen liegt der Kaufpreis schon zwischen 20.000 und 30.000 Euro. Je nach Modell und Marke werden für ein Auto dieser Größe aber auch schon einmal bis zu 40.000 Euro fällig.
Wer sich einen Mittelklassewagen anschaffen möchte, sollte etwa 40.000 bis 50.000 Euro einrechnen. Ist ein luxuriöser Oberklassewagen angedacht, steigen die Kosten bis zu 100.000 Euro in die Höhe. Dazu kommen noch die Kosten für den Unterhalt, sprich Kfz-Versicherung, Kfz-Steuer, Spritkosten und die Wartungskosten.

Nur wenige haben so viel Geld auf der hohen Kante liegen, das einfach so in ein neues Auto investiert werden könnte. Aus diesem Grund wirkt der Kaufpreis eines Neuwagens für so manchen Autofahrer abschreckend. Doch es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Auto zu finanzieren und damit die finanzielle Belastung auf ein monatliches Maß zu reduzieren anstelle den gesamten Kaufpreis auf einmal zu schultern.

Grundsätzlich stehen einem Autokäufer der Ratenkauf und das Leasing als Optionen zur Verfügung, die sich jeweils in verschiedene Modelle aufsplitten lassen. Wer ein Auto least, kann zwischen dem Restwertleasing und dem Kilometerleasing wählen, wobei das Kilometerleasing die deutlich bessere Option ist.

Einen Ratenkredit kann man auf drei verschiedene Arten abbezahlen: Die erste Form ist der klassische Ratenkredit, bei dem monatlich die gleiche Summe für die Rückzahlung fällig wird und das Auto nach Ende der Laufzeit in den Besitz des Käufers übergeht.

Die zweite Form ist die Ballonfinanzierung, bei der die Raten sehr gering sind. Während der Laufzeit kann der Käufer finanzielle Polster schaffen, um die höhere Schlussrate zu finanzieren. Dann gibt es noch die Drei-Wege-Finanzierung, bei der der Käufer am Ende der Laufzeit drei Optionen hat: Zahlung der Schlussrate, Anschlussfinanzierung und Rückgabe des Fahrzeugs.

Diese Gründe sprechen für einen Gebrauchtwagen

Ein Gebrauchtwagen hat gegenüber einem Neuwagen gewisse Vorteile, die nicht von der Hand zu weisen sind.

  • Weniger Kosten: Das Hauptargument, das für einen Gebrauchten spricht, ist der geringere Kaufpreis. Je nachdem, um welches Modell es sich handelt und wie es um den Gebrauchszustand bestellt ist, fällt der Preis sogar so gering aus, dass man das Auto problemlos aus der eigenen Tasche bezahlen kann, ohne auf eine Ratenzahlung angewiesen zu sein. Auch das Alter und die Laufleistung des Wagens spielen beim Preis eine Rolle.

  • Gebraucht ist nicht gleich gebraucht: Unter den Gebrauchtwagen herrschen große Unterschiede. Einen Gebrauchtwagen zu kaufen, bedeutet daher nicht automatisch, sich ein altes, reparaturanfälliges Auto in die Garage zu stellen. Im Gegenteil: Auf dem Markt gibt es immer wieder neue Tageszulassungen, Jahreswagen sowie Vorführ- und Dienstwagen, die nur für kurze Zeit als Leasingwagen im Einsatz waren und somit noch top in Schuss sind bzw. im Grunde Neuwagen-Status haben. Somit bekommt man für weniger Geld ein hochwertiges Auto, das kaum gefahren wurde und den aktuellen Standards entspricht.


Das spricht gegen den Gebrauchten – kommt aber darauf an...

Ganz klar, ein Gebrauchtwagen kann in manchen Punkten nicht mit einem Neuwagen mithalten. Allerdings gibt es bestimmte Gegenargumente, die sich durchaus entkräften lassen.

  • Reparaturkosten: Abhängig vom Alter und dem Gebrauchszustand des Autos können nach dem Kauf schon nach vergleichsweise kurzer Zeit die ersten Reparaturen und damit Kosten anfallen. Wurde das Auto gut gepflegt, stehen die Chancen gut, dass der erste Werkstattbesuch noch Zeit hat.

  • Sicherheit: Grundsätzlich sind ältere Automodelle nicht mit den neusten Sicherheitssystemen ausgestattet. Das bedeutet aber nicht, dass das Auto an sich weniger sicher ist. Spurhalteassistenten, Müdigkeitssensoren und Co. sind zwar ein netter Zusatz, aber wirklich nötig sind sie bei einer vernünftigen Fahrweise aber nicht. Jedenfalls kommt man auch ganz gut ohne aus.

  • Stand der Technik: Ähnliches wie für die Sicherheit gilt auch für die Technik im Auto. Junge Gebrauchtwagen stehen Neuwagen in Sachen Technik in nichts nach. Der Nachteil ist aber, dass man einen Gebrauchtwagen so nehmen muss wie er ist. Die Option, bei Bedarf Sonderausstattungen auszuwählen, entfällt.

  • Spritverbrauch: Ein typisches Argument gegen Gebrauchtwagen ist der Spritverbrauch, der angeblich höher ausfällt als bei Neuwagen. Das stimmt nur bedingt. Klar gibt es moderne Autos, die durch einen Hybrid- oder Elektroantrieb bzw. verbesserte Ottomotoren sehr effizient fahren. Doch dadurch, dass auch junge Autos als Gebrauchtwagen verkauft werden, ist das Argument nur im Vergleich mit deutlich älteren Autos haltbar.

  • Hohe Laufleistungen: Oftmals schrecken Käufer zurück, wenn ein Auto eine hohe Laufleistung hat. Je nach Gebrauch summieren sich die gefahrenen Kilometer schon nach relativ kurzer Zeit auf 100.000. Doch das muss kein Argument gegen einen Gebrauchtwagen sein – solange Pflege und Wartung stimmen. Ist das der Fall, ist das Risiko für den Käufer überschaubar. Grundsätzlich kann man davon ausgehen - ein Gerichtsverfahren gegen Volkswagen im Rahmen der Dieselaffäre hat das aufgezeigt - dass ein halbwegs modernes Fahrzeug der Kompaktklasse auf eine Mindesthaltbarkeit von etwa 230.000km ausgelegt ist. Höherklassige Modelle auf entsprechend mehr, kleine Autos und Citycars auf etwas weniger.




Fazit

Wie bei vielen Entscheidungsfragen, bleibt auch bei der Neuwagen-Gebrauchtwagen-Debatte nur zu sagen: es kommt darauf an. Für beide Autozustände gibt es gute Pro- und Contra-Argumente.

Für einen Neuwagen spricht, dass er auf dem neusten Stand der Technik ist – und das eben auch in Hinblick auf die Sicherheitssysteme, die darin verbaut sind. Somit gewährleisten Neuwagen mehr Schutz und Komfort beim Fahren. Dazu kommt, dass man bei einem Neuwagen nicht schon nach kurzer Zeit mit den ersten Reparaturen und Schäden rechnen muss, die zusätzliche Kosten bedeuten.

Gebrauchtwagen sind trotz der ein oder anderen fälligen Reparatur deutlich günstiger in der Anschaffung als ein Neuwagen. Zudem lässt sich das Argument, dass ein Gebrauchtwagen mehr Sprit verbraucht als ein neuer, nur bedingt bestätigen. Je nach Alter des Wagens mag das zwar zutreffen, doch grundsätzlich gibt es durchaus Gebrauchtwagen, die effizienter sind als so mancher Neuwagen.

Wer nicht auf die neuste Technik besteht, kann auch in einem Gebrauchtwagen das ideale Auto finden. Die Entscheidung, welches Auto es nun sein soll, hängt also maßgeblich von den Vorlieben des Fahrers ab.

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