KFZ-Versicherung bei Carsharing - rundum sorglos oder doch riskant?
Vor allem in Großstädten verzichten immer mehr Personen auf ein eigenes Auto. Durch das gute öffentliche Verkehrsnetz wird es für viele zunehmend obsolet. Wird einmal doch ein Fahrzeug benötigt, bietet sich Carsharing an. Eine Versicherung wird selbstverständlich auch dafür benötigt.
Carsharing – Risiko durch hohe Selbstbeteiligungen
Steigende Spritkosten und Werkstattstundensätze, die Kosten für einen Stellplatz bzw. eine Garage oder nur die tägliche Suche nach einem Parkplatz in der Innenstadt machen ein Auto für viele zu einem unnötigen Faktor. Bus und Bahn sowie das stetig anwachsende Radwegenetz sind günstige Alternativen, vor allem für die tägliche Fahrt zur Arbeit. Noch mehr Flexibilität bietet das Carsharing, welches sich wachsender Beliebtheit erfreut. Durch den gemeinschaftlichen Gebrauch von Autos werden alle Vorteile abgeschöpft. Der Carsharing-Nutzer kann ein Fahrzeug je nach Bedarf jederzeit reservieren und nutzen, ohne sich den laufenden Fixkosten auszusetzen die üblicherweise mit dem Besitz eines Fahrzeugs verbunden sind. Ob sich Carsharing grundsätzlich lohnt, kann man nur an der individuellen Situation beurteilen.
Bei kommerziellen Carsharing-Anbietern sind Fahrzeuge stets voll versichert. Mögliche Schäden sind durch eine Haftpflicht, eine Teil- und eine Vollkasko abgedeckt. Die Kosten für die Versicherung sind im Mietpreis bereits inklusive. Wer allerdings denkt er wäre somit gegen jegliches finanzielle Risiko gewappnet, der irrt. Jeder Vertrag beinhaltet eine Klausel bezüglich der zu zahlenden Selbstbeteiligung. Je nach Anbieter müssen im Fall eines Schadens mehr als eintausend Euro aus dem eigenen Portemonnaie bezahlt werden. Einen Car2go-Mieter der ein Auto beschädigt, erwartet ein Selbstbehalt von €500 bis €1.000 - je nachdem, ob es einen Smart oder einen Mercedes traf. DriveNow Kunden verpflichten sich, im Schadenfall einen Selbstbehalt von €750 zu übernehmen, der sich allerdings durch die Zubuchung des Schutzpakets zum Preis eines Euros auf €350 absenken lässt. Mit einer Eigenbeteiligung von €1.500 ist Flinkster Spitzenreiter. Durch das optionale Sicherheitspaket kann der Betrag auf €300 reduziert werden. Allerdings ist diese Option mit einem Preisaufschlag von €90 pro Jahr verbunden. Aufgrund der je nach Anbieter unterschiedlichen Regelungen ist ein Blick in die gültigen Preislisten unbedingt empfehlenswert. Ein hoher Selbstbehalt birgt also ein erhebliches Risiko bei der Kfz-Versicherung über Carsharing.
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Einige Kfz-Versicherungen bieten inzwischen an, bei einer Vollkasko die Deckung des eigenen Fahrzeugs auch auf bei Carsharing genutzte Autos auszuweiten. Mit einer solchen Versicherung ist nicht nur das eigene Auto versichert, sondern auch das gemietete. Kommt es mit dem Mietwagen zu einem Schaden ist dafür die Selbstbeteiligung zu zahlen, die für den eigenen Wagen vereinbart wurde. Der Nachteil dieser Versicherungsvariante ist, dass sich ein Unfall negativ auf den Schadenfreiheitsrabatt auswirkt und somit die Prämie des eigenen Autos ansteigt, was bei Inanspruchnahme der Versicherung des Carsharing-Betreibers nicht der Fall ist.
Neben kommerziellen Carsharing-Angeboten existieren auch private. Unternehmen wie Drivy oder SnappCar unterhalten eine Carsharing-Plattform, auf der Privatfahrzeuge vermittelt werden. Während die Fahrzeuge grundsätzlich durch die Eigentümer versichert sind, gilt für den Zeitraum der Vermietung eine Versicherung die mit dem Vermittler abzuschließen ist. Eine hohe Selbstbeteiligung ist auch hier gängige Praxis. Die Angaben hierzu finden sich im Kleingedruckten. Bei Drivy ist sie von der Fahrzeugkategorie abhängig. Die reguläre Selbstbeteiligung beträgt in der Kategorie ECO €900, in KOMFORT €1.100 und in PRIVILEG ganze €1.700. Durch Zubuchung einer Option kann der Selbstbehalt auf ECO €250, KOMFORT €320 und PRIVILEG €500 reduziert werden. Eine Buchung ohne Selbstbeteiligung ist ebenso möglich.
Wer sein eigenes Kfz direkt und ohne einen Vermittler mit anderen teilen möchte sollte darauf achten, dass Mieter und Fahrzeug umfassend versichert sind. Eine Haftpflichtversicherung allein genügt nicht. Viele Versicherungen spielen bei der Vermietung des Privatfahrzeugs nicht mit. Die Teilnahme an einer Carsharing-Plattform mit eigenerer Versicherung bleibt dann die sinnvollste Alternative, zumal sich mögliche Schäden nicht auf die eigene Schadenfreiheitsklasse und die Versicherungsbeitragshöhe auswirken.
Wie bin ich beim Carsharing versichert?
Ob Carsharing über einen kommerziellen Anbieter oder über einen Vermittler von Privat-Pkw, bei der Buchung eines Autos wird eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen die mit einer Eigenbeteiligung von bis zu €1.500 verbunden ist. Eine Reduzierung ist durch zubuchbare aber kostenpflichtige Optionen möglich.