Wie teuer ist es, ein Auto zu verschrotten?

Ein Auto ist schon eine wahre Geldanlage. Die Anschaffung kostet Geld. Der Unterhalt, sprich Steuern, Versicherung, Reparatur- und Wartungsarbeiten sowie der Benzin kosten Geld. Und dann, selbst wenn das Gefährt ganz und gar nicht mehr zu gebrauchen ist, kostet das auch noch Geld!? Was die Verschrottung eines Pkw kostet, verrät dieser Beitrag.

Dieses Bild dürfte sicherlich manch einem aus US-amerikanischen Filmen bekannt vorkommen. Legal ist das nicht. Wer so sein altes Fahrzeug "entsorgt", muss mit einer Strafe rechnen.


Das ist bei der Verschrottung eines Pkw zu beachten

Auch wenn das Bild von herrenlosen, schrottreifen Fahrzeugen am Straßenrand ein übliches ist – wenn man US-amerikanische Serien oder Filme schaut –, in Deutschland ist das natürlich nicht erlaubt. Wer also seinen schrottreifen Wagen am Straßenrand abstellt und alle vermeintlichen Zeichen, die zum Inhaber führen könnten, vernichtet, macht nicht nur etwas Unerlaubtes, sondern er begeht eine Straftat. "Illegale Abfallbeseitigung" heißt das im Bußgeldkatalog und kann dementsprechend mit mehreren tausend Euro Strafe belegt werden. Ganz egal, ob das Fahrzeug altersbedingt oder aufgrund eines Unfalls mit Totalschaden das berühmte Zeitliche gesegnet hat, die Entsorgung des Altfahrzeugs ist die letzte gemeinsame Unternehmung von Eigentümer und Fahrzeug.



Was noch zu gebrauchen ist, kann wiederverwertet werden. Alles andere landet auf dem Schrott.
Und dieser Weg sieht so aus: Zunächst wird das Fahrzeug buchstäblich "ausgeschlachtet" – und zwar aus ganz ehrenwerten Gründen, denn abgelassene Flüssigkeiten werden im Vorfeld abgelassen, damit sie dann auf dem Schrottplatz nicht unkontrolliert ins Erdreich eindringen können. Zudem werden meist alle Teile ausgebaut, so dass am Ende lediglich das Blech, die Karosserie, in der Schrottpresse landet. Die einzeln ausgebauten Bauteile kommen zurück in den Fahrzeugkreislauf – als gebrauchte Ersatzteile oder über Fahrzeugaufbereiter, die anderen Karosserien so wieder neues Leben einhauchen.

Nur an bestimmten Stellen ist eine Verschrottung möglich. Zum Beispiel beim Hersteller.


Dass die einzelnen Teile eines Fahrzeugs überhaupt weiterverarbeitet werden können, ist Sache der Hersteller. Diese sind per Gesetz – es gilt Paragraf 5 Absatz 1 AltfahrzeugV – dazu verpflichtet:

  • 95 Prozent des Fahrzeuggewichts müssen entsorgbar sein.
  • 85 Prozent müssen wiederverwertbar sein.




Das wiederum aber nimmt die Hersteller ebenfalls ein Stück weit in die Pflicht, denn sie müssen, seit Inkrafttreten des Gesetzes im Jahr 2015, ihre Fahrzeuge nach der eben genannten Entsorgungsrichtlinie konstruieren – und am Ende des Lebenszyklus‘ sogar zurücknehmen. Für die Endverbraucher heißt das: Hersteller sind eine Adresse, um das Fahrzeug verschrotten zu lassen. Auch ausgewiesene Demontagebetriebe, Meisterbetriebe und Werkstätten sowie andere zertifizierte Annahmestellen dürfen Schrottfahrzeuge entgegennehmen. Verbrauchertipp: Ohne Zertifikat darf das Fahrzeug nicht zur Verschrottung übergeben werden!

Idealerweise bringt der Verbraucher das Schrottfahrzeug zurück zum Hersteller. Seit 2007 gilt nämlich, dass sie ihre eigene Marke zurücknehmen müssen – und selbst für die Verschrottung aufkommen müssen. Auch finanziell. Dieses Prozedere kostet den ehemaligen Halter des Schrottautos kein Geld. Achtung: Hersteller dürfen Gebühren verlangen, wenn nachträgliche Einbauten erfolgt sind, die per Änderungseintragung im Fahrzeugbrief dokumentiert sind. Auch wenn das Fahrzeug außerhalb der Europäischen Union zuletzt gemeldet war oder der aktuelle Besitzer weniger als vier Wochen Eigentümer des Wagens war, dann darf der Hersteller Gebühren für die Verschrottung des Wagens verlangen. Wer wichtige Komponenten vor Abgabe beim Hersteller ausbaut oder das Fahrzeug als private Müllhalde übergibt, muss zudem mit Gebühren seitens der Hersteller rechnen.

Weitere Adressen, die die Verschrottung übernehmen


Wer sich um die Verschrottung von Fahrzeugen kümmern darf, ist klar geregelt. Hierfür muss ein spezielles Zertifikat vorliegen. Hersteller hingegen müssen die Schrottfahrzeuge ihrer Marke zurücknehmen.


Natürlich darf ein Autobesitzer auch selbst einen Kfz-Verschrotter auswählen, den Restwert des Fahrzeugs ermitteln lassen und ihm das Gefährt dann für diesen Preis überlassen. Das heißt: Keine Kosten für die Verschrottung, dafür ein paar Euro Entschädigung, je nach Restwert des Fahrzeugs. Von diesem kalkulatorischen Restwert werden die Kosten abgezogen, die fürs Ausschlachten, Pressen und Recyceln entstehen. Diese sind allerdings nicht horrend: 100 Euro fürs Verschrotten des Autos und nochmal 100 Euro, falls der Dienstleister den Wagen selbst abholen muss, sind übliche Preisgrößen. Meist ist dann sogar die Abmeldung gratis. Praxistipp: Hat das Fahrzeug noch einen Restwert, so empfiehlt sich diese Variante, da keine Kosten entstehen, und am Ende vielleicht sogar etwas Geld winkt.

Welche Unterlagen sind zur Verschrottung eines Fahrzeugs nötig?

Die Unterlagen, die ein Fahrzeugbesitzer zur Verschrottung seines Fahrzeugs vorweisen muss, sind denen einer Abmeldung ähnlich:

  • Ausweis des Fahrzeughalters
  • Kennzeichen
  • Verwertungsnachweis (dieser ist speziell bei der Verschrottung vorzulegen)
  • Vollmacht (optional, aber empfehlenswert, wenn Dritte das Fahrzeug abmelden)
  • Zulassungsbescheinigung


Um Finanzamt und Versicherung für das Auto muss sich dann übrigens kein Fahrzeughalter mehr kümmern, denn mit der Abmeldung des Fahrzeugs werden diese beiden Stellen ganz automatisch informiert. Verbrauchertipp: Schneller geht es mit der Endabrechnung dennoch, wenn der Ex-Fahrzeughalter direkt die Versicherung informiert.

Kostenfaktor der Abmeldung?

Ja, die Abmeldung kostet wenige Euro. Meist wird eine Gebühr zwischen fünf und zehn Euro dafür erhoben. Teurer wird es übrigens, wenn die Zulassungsbescheinigung nicht vorzuweisen ist, verlegt oder gar gestohlen wurde. Dann muss Ersatz her, bevor das Fahrzeug verschrottet werden kann. Und das kostet nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Wer indes in einer Zulassungsstelle mit Online-Service ein Fahrzeug nach 2015 zugelassen hat, kann eventuell vom Online-Kostenvorteil profitieren.

Bildquellen:
Abbildung 1: pixabay.com © hansbenn (CC0 Public Domain)
Abbildung 2: pixabay.com © Jan2575 (CC0 Public Domain)
Abbildung 3: pixabay.com © music4life (CC0 Public Domain)

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