Wie hoch ist die Förderprämie beim Kauf eines Elektroautos?

Mitte 2016 wurde von der Bundesregierung der Umweltbonus eingeführt um die Absatz- und Zulassungszahlen elektrischer Pkw anzuschieben. (Nicht zu verwechseln mit der 2009 eingeführten und im gleichen Jahr abgelaufenen Umweltprämie oder auch Abwrackprämie) Seit Juli 2016 können Käufer von Elektrofahrzeugen eine Subvention in Höhe von 4.000 Euro beantragen. Dazu wurden Mittel in Höhe von 600 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Die Hälfte der viertausend Euro steuert der Staat bei, während die andere Hälfte von den Pkw-Herstellern übernommen wird.

Die Förderungsmittel genügen für eine Bezuschussung von 300.000 Fahrzeugen. Sie endet Mitte 2019, falls die Mittel nicht schon zuvor verbraucht sind. 2011 wurde das Ziel festgeschrieben die Zahl elektrisch betriebener Autos bis 2020 auf eine Million zu erhöhen. Ein Ergebnis das angesichts der bisherigen Zulassungszahlen bei weitem nicht erreicht werden wird. So ist zu erwarten, dass der Fördertopf zum Ablauf der Subventionsfrist noch gut gefüllt sein wird.



Zusätzlich zur Einfuhr der Förderprämie wurde beschlossen bis 2020 weitere 300 Millionen Euro in den Ausbau des Ladestationsnetzes zu investieren.

An welche Bedingungen ist der Umweltbonus geknüpft?

Ein gebrauchtes Elektroauto oder ein Tesla Model X kaufen und die Prämie kassieren? Leider nein. Wer und was bezuschusst wird wurde klar geregelt.

Die 4.000 Euro Zuschuss für den Kauf eines Elektrofahrzeugs können nur beantragt werden, solange folgende Prämissen zutreffen:

  • es handelt sich um ein Fahrzeug mit rein elektrischem Antrieb d.h. ohne Range-Extender bzw. um ein Brennstoffzellenfahrzeug welches keine CO2 Emissionen erzeugt *

  • der Kaufpreis darf 60.000 Euro nicht überschreiten. Ausschlaggebend ist der bei der Markteinführung geltende Netto Listenpreis für das Basismodell, nicht der Händlerverkaufspreis. Aufpreispflichtige Extras werden nicht berücksichtigt

  • das Auto ist ein Neuwagen welcher zum ersten Mal zugelassen wird. Gebrauchtfahrzeuge oder Jahreswägen sind somit ausgeschlossen

  • der Erwerb sowie die Erstzulassung müssen am oder nach dem 18. Mai 2016 stattgefunden haben

  • der Kauf- bzw. Leasingvertrag oder die verbindliche Bestellung muss abgeschlossen worden sein. Der Auslieferungstermin spielt keine Rolle. Eine Zulassung zu einem späteren Zeitpunkt ist möglich, solange die vorgegebenen Fristen eingehalten werden

  • das Fahrzeug muss mindestens sechs Monate auf den Antragsteller zugelassen bleiben

  • der Antragsteller ist die gleiche Person, auf die das Fahrzeug zugelassen ist (außer es liegt eine Bevollmächtigung eines Dritten vor)
    der Antragsteller ist eine Privatpersonen, ein Unternehmen, eine Stiftung, eine Körperschaft oder ein Verein

* Plug-In-Hybride werden mit insgesamt €3.000 gefördert, falls sie weniger als 50g CO2-Emission pro Kilometer verursachen.


Wie wird der Umweltbonus beantragt?

Der Antrag kann nur online beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz Bafa gestellt werden. Dazu wurde auf der Webseite http://www.bafa.de/umweltbonus ein elektronisches Antragsformular zur Verfügung gestellt.

Die Beantragung erfolgt in zwei Schritten. Im ersten wird der eigentliche Antrag gestellt. Im Zuge dessen ist es erforderlich den Kauf- oder Leasingvertrag bzw. die verbindliche Bestellung als Datei hochzuladen. Dieses Dokument muss mehrere Anforderungen erfüllen. Neben der eindeutigen Modellbezeichnung muss daraus hervorgehen, dass der vom Hersteller zu übernehmende Förderungsanteil von €2.000 bereits vom Netto-Kaufpreis abgezogen wurde. Als Netto-Kaufpreis gilt der Listenpreis des Grundmodells ohne Sonderausstattung. Sonder- und Zusatzausstattungen sind gesondert aufzulisten.

Bei Leasingverträgen gelten besondere Anforderungen, welche auf der Internetseite der Bafa nachzulesen sind.

Nach Eingang und erfolgter Prüfung der Unterlagen ergeht ein Zuwendungsbescheid. In diesem wird der Antragsteller über die Bewilligung der Fördermittel informiert.

Im zweiten Schritt erfolgt das sogenannte Verwendungsnachweisverfahren. Damit erfolgt der Nachweis, dass das neue Fahrzeug nicht nur gekauft sondern auch tatsächlich zugelassen wurde. Mit Erhalt des Zuwendungsbescheids beginnt ein neunmonatiger Bewilligungszeitraum. In dieser Zeit hat der Antragsteller eine Kopie der Rechnung (falls nicht bereits im Antrag vorgelegt), sowie der Zulassungsbescheinigung Teil I und II (Fahrzeugschein und -brief) auf der Internetseite der Bafa hochzuladen. Im Leasingfall ist keine Rechnung vorzulegen.
Die fertig ausgefüllte Verwendungsnachweiserklärung muss ausgedruckt und unterschrieben werden um sie anschließend wieder bei der Bafa hochzuladen. Eine Sendung auf dem Postweg ist in diesem Fall ebenso möglich.

Wurden alle Vorgaben erfolgreich erfüllt erfolgt die Überweisung der 2.000 Euro, dem Bundesanteil am Umweltbonus, auf das Bankkonto des Antragstellers.
Autokostencheck-Special:
So wird Ihr Auto smart - Nachrüstlösungen für ältere PKWs im Überblick.
Kostenloses PDF (19 Seiten).