Teilkasko, Typklassen, Tarife - gesammeltes Wissen zur Kfz-Versicherung

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Die Selbstbeteiligung bei der Kfz-Voll- und -Teilkaskoversicherung

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Für Vollkasko und Teilkasko, also die Versicherungsleistungen, bei denen Schäden am eigenen Fahrzeug abgedeckt sind, ist es möglich und üblich, eine Selbstbeteiligung im Schadenfall zu vereinbaren. Die Selbstbeteiligung (SB) ist dabei der Anteil an einem Schaden, den Sie als Versicherter selbst tragen wollen. Je höher die Selbstbeteiligung ist, umso billiger ist der Versicherungsbeitrag.

Empfehlenswerte Teilkasko-Selbstbeteiligung

Bei Fahrzeugen mit sehr niedriger Teilkasko-Typklasse ist es überlegenswert, auf die Selbstbeteiligung zu verzichten, da die Ersparnis nicht allzu hoch ist. Ansonsten muss man sich fur das Fahrzeug die Einsparungsmöglichkeiten durch die SB ansehen und kann dann entscheiden, welche das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis bietet. Ein Beispiel: Kostet der Teilkasko-Schutz eines VW Golf V 1.4 im Durchschnitt 160 EUR pro Jahr mit SB 150 EUR, verteuert sich die Prämie auf 210 EUR, wenn SB 0 EUR gewählt wurde. Bei einer Selbstbeteiligung von 300 EUR beläuft sich die Prämie auf 135 EUR.
Ein häufig gewählter Selbsbehalt in der Teilkasko sind 150 EUR, da dies die meisten Autohalter im Schadenfall nicht an den finanziellen Abgrund bringt, es die die Rate aber meist deutlich verbilligt. Zudem verzichten die Versicherer bei einem Glasbruch-Schaden (Steinschlag in der Windschutzscheibe) auf die Einbehaltung der SB, wenn man die Scheibe reparieren und nicht austauschen lässt. Schäden, die durch Naturereignisse oder durch Zusammenstoß mit Wildtieren entstehen, übersteigen die SB meist erheblich, so dass diese nicht schwer ins Gewicht fällt. Letztlich entscheidet aber das individuelle Sicherheitsbedürfnis.



Empfehlenswerte Vollkasko-Selbstbeteiligung

Bei der Vollkasko ist ein Selbstbehalt von 500 EUR weit verbreitet.
Bei der Entscheidung über die SB Höhe bei der Vollkasko sollte man sich an mehreren Faktoren orientieren: 1.) an seinen finanziellen Mitteln 2.) an der Vollkasko-Typklasse und 3.) am Umfang der Einsparung durch höheren SB.

Folgende Faustregeln sind hilfreich:

  • wer genug auf der hohen Kante hat, um den Wagen im Zweifel erneut zu beschaffen, benötigt nicht zwingenderweise eine Vollkasko.
  • welchen Schaden kann man problemlos selbst begleichen - ein guter Anhaltspunkt
    für eine angemessene Höhe der Selbstbeteiligung.
  • hat ein Fahrzeug eine hohe Vollkasko-Typklasse (ab 25) und das Bankkonto ist ausreichend gefüllt, sollte man die SB nicht zu niedrig ansetzen, 1.000 EUR oder höher. Im Schadenfall wird man Kosten bis zu dieser Höhe voraussichtlich ohnehin selbst tragen wollen, um eine SF-Hochstufung zu vermeiden. Diese verteuert die Prämie bei hoher Typklasse empfindlich.
  • Fahrzeuge mit niedriger Vollkasko-Typklasse lassen sich auch mit geringer Selbstbeteiligung (500 EUR oder 0 EUR) günstig versichern. Auch die Ersparnis bei hoher SB ist vergleichsweise gering.
  • bei einem Fahrzeug mit geringem Restwert, unter 30% des Neupreises, wird man - falls überhaupt Vollkasko-Schutz - ggf. ebenfalls eine höhere SB wählen, ausreichende Kontodeckung vorausgesetzt. Das gilt besonders, wenn zudem die Typklasse hoch ist. Der Versicherungsbeitrag ist im Verhältnis zum Fahrzeugwert ansonsten meist zu teuer, im Schadenfall dann lieber eine günstige Werkstatt aufsuchen.

"Organikbruch" - wenn Vollkasko günstiger als Teilkasko ist

Interessanterweise gibt es zahlreiche Fahrzeugtypen, deren Teilkasko-Prämie teurer ist als die der Vollkasko, in der die Teilkasko bereits enthalten ist. Dies kann der Fall sein, wenn zwei Faktoren zusammentreffen: a) der Versicherte verfügt über eine sehr hohe Rabattstufe, SF 15 und höher und b) der Wagen weist eine sehr günstige Vollkasko- und eine teure Teilkasko-Typklasse auf. In diesem Fall sollte man, unabhängig vom SB, unbedingt eine Vollkaskoversicherung abschließen.